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Engagement für nachhaltigen Konsum verstehen. Erkenntnisse aus der Arbeit der Verbraucherzentrale NRW mit lokalen Initiativen

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Part of the Konsumsoziologie und Massenkultur book series (SKM0X)

Zusammenfassung

In den letzten Jahren sind viele Gruppen entstanden, die sich gemeinschaftlich für die Wertschätzung von Lebensmitteln und begrenzten Ressourcen einsetzen, wie z. B. RepairCafés oder Foodsharing-Gruppen. Der Beitrag stellt Erkenntnisse aus der Arbeit der Verbraucherzentrale NRW mit lokalen Initiativen dar. Zunächst werden die typischen Formen des Engagements sowie erwartbare Beiträge zu einer nachhaltigen Entwicklung reflektiert. Danach geht der Beitrag auf Unterstützungsbedarfe der Gruppen ein und stellt bisher erprobte Angebote für diese Zielgruppe dar. Im Fazit wird gezeigt: Potenziale bestehen u. a. darin, das bereits vorhandene Engagement einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen und ein professionelleres Mitgliedermanagement zu etablieren. Um die Praktiken der Initiativen einem noch breiteren Publikum zugänglich zu machen erscheinen Weiterentwicklungen und neue Geschäftsmodelle nötig.

Schlüsselwörter

  • Engagement
  • Initiativen
  • Nachhaltiger Konsum
  • Ressourcenschonung
  • Soziale Innovation

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Notes

  1. 1.

    Der Einfachheit halber werden diese unterschiedlichen Gruppen im Rest dieses Beitrags zusammenfassend als Initiativen oder engagierte Gruppen benannt – der Zusatz für einen nachhaltigen Konsum ist dabei jeweils mitgedacht.

  2. 2.

    Aufgrund ihrer Anbieterunabhängigkeit unterstützt die Verbraucherzentrale NRW keine Gruppen, die kommerzielle Zwecke verfolgen wie z. B. Unverpacktläden.

  3. 3.

    Einschränkend ist hinzuzufügen, dass die Änderung der genannten Zahlen zwischen 2016 und 2019 nicht allein auf faktische Neugründungen zurückzuführen ist, sondern ggf. auch auf eine veränderte Suchmethodik bei der Online-Recherche. Dennoch bleibt die Annahme plausibel, dass hier tatsächlich eine merkliche Gründungsdynamik vorliegt. Weitere Forschung wäre sinnvoll, um diese Dynamik qualitativ und quantitativ zu beschreiben und ihre Ursachen zu untersuchen.

  4. 4.

    Es erscheint zunächst merkwürdig, Reparatur als ‚soziale Innovation‘ zu bezeichnen, da Reparaturtechniken über Tausenden von Jahren hinweg selbstverständlich angewandt wurden und erst in den letzten Jahrzehnten zunehmend durch eine Wegwerfkultur verdrängt wurden. Innovationen können jedoch auch darin bestehen, alte Lösungen wieder aufzugreifen – gesprochen wird dann von ‚Re-Novation‘.

  5. 5.

    Eine Übersicht über verschiedene Organisationen, die Initiativen unterstützen, findet sich unter www.mehrwert.nrw/werkzeuge/links (Zugriff am 10.09.2019).

  6. 6.

    Eine fachliche Fundierung bietet Kate Sopers Konzept des ‚Alternativen Hedonismus‘: Soper (2007) geht davon aus, dass der materialistische Konsum-Hedonismus durch Wissen und Erfahrbarkeit der negativen Konsequenzen zunehmend entzaubert wird. Alternativer Hedonismus entwirft dagegen eine andere Konzeption des schönen, erlebnisreichen Lebens, indem der Lustgewinn und die oft sehr einfachen sinnlichen Freuden betont werden, die mit nachhaltigen Lebensstilen zusammenhängen.

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Grauel, J. (2020). Engagement für nachhaltigen Konsum verstehen. Erkenntnisse aus der Arbeit der Verbraucherzentrale NRW mit lokalen Initiativen. In: Hellmann, KU., Klein, A., Baule, B. (eds) Verbraucherpolitik von unten. Konsumsoziologie und Massenkultur. Springer VS, Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-29754-1_15

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