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Rhetorikvorlesungen an der spätmittelalterlichen Universität. Wissensvermittlung zwischen Autoritätentexten und studentischer Lebenswirklichkeit

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Zusammenfassung

Die Vorlesung war die zentrale Lehrveranstaltungsform an der mittelalterlichen Universität, da hier die maßgeblichen Lehrbuchtexte antiker und mittelalterlicher Autoritäten, die den Lehrplan prägten, vermittelt, interpretiert und erläutert wurden. Die konkrete Ausgestaltung der Vorlesung war stets von den institutionellen Rahmenbedingungen der jeweiligen Universität, aber auch von den intellektuellen Möglichkeiten, der sozialen Herkunft und den wirtschaftlichen Interessen der Lehrenden und Lernenden abhängig. Auf der Grundlage von im Rhetorikunterricht der Universität Ingolstadt im 15. Jahrhundert verwendeten und mit Notierungen versehenen Handschriften geht der Beitrag der Frage nach, wie diese Rahmenbedingungen auf die Gestaltung der Vorlesung im spätmittelalterlichen Reich nördlich der Alpen wirkten. Die konkrete Ausgestaltung sowie die Strategien der Wissensvermittlung und -aneignung in den Rhetorikvorlesungen werden untersucht. Dieses Vorgehen ermöglicht, die Bedeutung des Veranstaltungstyps Vorlesung im ausgehenden Mittelalter angemessen zu bewerten.

Schlüsselwörter

Mittelalter Rhetorik Handschriften Ingolstadt Bildung Sprachunterricht Praxisbezug 

Literatur

Ungedruckte Quellen

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Authors and Affiliations

  1. 1.Freie Universität BerlinBerlinDeutschland

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