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Alle gegen Alle? Die Mehrpersonendebatte der kleinen Parteien in der Analyse

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Zusammenfassung

Der Beitrag analysiert eine TV-Debatte zur Bundestagswahl 2017 mit einem Mehrpersonenpodium unter Beteiligung der „kleinen“ Parteien. Auf Basis von Echtzeit- und Umfragedaten formuliert der Beitrag nach eingehender Analyse fünf zentrale Befunde: 1) Je weiter politisch die Debattenteilnehmer auseinanderliegen, desto polarisierter und konfliktiver ist die Debatte. 2) Anhänger, die sich politisch einem Lager zurechnen bewerten auch den bzw. die Repräsentanten dieses Lagers deutlich besser. 3) Debattenteilnehmer anderer politischer Lager werden systematisch schlechter bewertet. 4) Ein besonderer Bias durch die Moderation liegt für die untersuchte Debatte nicht vor. 5) Die direkte Bedeutung von TV-Debatten für die Wahlentscheidung ist begrenzt.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Universität FreiburgSeminar für Wissenschaftliche PolitikFreiburgDeutschland
  2. 2.Universität FreiburgSeminar für Wissenschaftliche PolitikFreiburgDeutschland
  3. 3.Universität FreiburgSeminar für Wissenschaftliche PolitikFreiburgDeutschland
  4. 4.Universität FreiburgInstitut für InformatikFreiburgDeutschland
  5. 5.Universität FreiburgInstitut für InformatikFreiburgDeutschland
  6. 6.Albert-Ludwigs-Universität FreiburgInstitut für InformatikFreiburgDeutschland

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