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„Ruhigsein ist das Allerwichtigste!“ Die Herstellung einer schulischen Ordnung (Regeln im Schulalltag I)

  • Marianna JägerEmail author
Chapter
Part of the Kinder, Kindheiten und Kindheitsforschung book series (KKK, volume 20)

Zusammenfassung

Regeln sind im Schulalltag von großer Bedeutung. Sie sind selbstverständlicher Bestandteil schulischer Alltagskultur, werden jedoch in der Forschung noch wenig thematisiert. Anhand ethnografischer Daten aus zwei ersten Klassen der Zürcher Volksschule mit sozialräumlich unterschiedlichen Kontexten stellt dieser Beitrag die Gemeinsamkeiten der Befunde dar. Er nimmt die Setzung von Regeln durch die Lehrpersonen sowie deren performative Hervorbringung durch die Schüler_innen in den Blick. Es zeigt sich, wie die Regelpraxis darauf abzielt, Kinder zu Schüler_innen zu transformieren, die sich in die soziale Ordnung der Schule integrieren, und wie sie es Lehrpersonen dadurch erlaubt, die Schulklasse als leicht handhabbaren ‚Lernkörper‘ zu konstruieren, welcher einen ‚störungsfreien‘ Unterricht ermöglicht.

Schlüsselwörter

Schulethnografie Schüler_innen Praktiken Verhaltensregeln Disziplin Kinderkörper Schulalltag Unterricht Sozialisation 

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Authors and Affiliations

  1. 1.ZürichSchweiz

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