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Die kommunikative Konstruktion einer Problemgruppe: Zur Praktik der Ausstiegsbegleitung bei rechtsextremistischen Jugendlichen

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Zusammenfassung

Dieser Beitrag zeigt die empirischen Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen Problemdiagnosen und der Herstellung sozialer Probleme durch ihre institutionelle Bearbeitung. Im Fokus des Beitrages stehen Praktiken von Aussteiger*innenprogrammen, die als Form staatlicher Hilfe und Intervention institutionalisiert wurden. Die Institution eines Ausstiegsprogrammes ist die staatliche Antwort zur Lösung des sozialen Problems „Rechtsextremismus“. Ausstiegsbegleitung, als staatliche Intervention, gibt somit Aufschluss darüber wie Gesellschaft ihre sozialen Probleme bearbeitet. Der Beitrag stützt sich auf Erkenntnisse von leitfadengestützten Interviews mit Ausstiegsbegleiter*innen. Die Interviewdaten wurden mit dem Kodierverfahren der Grounded Theory Methodology ausgewertet.

Schlüsselwörter

Soziale Probleme Soziale Kontrolle Grounded Theory Rechtsextremismus Aussteigerprogramme Ausstiegsbegleitung Radikalisierungsprävention 

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Authors and Affiliations

  1. 1.Kriminalwissenschaftliches Institut der Leibniz Universität HannoverHannoverDeutschland

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