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Etablierten-Außenseiter-Beziehungen im Ankunftsstadtteil Dortmunder Nordstadt

Eine qualitative Analyse der Konstruktion von sozialen Problemgruppen im Rahmen des Zuzugs von EU-2-Zugewanderten
Chapter

Zusammenfassung

Etablierten-Außenseiter-Beziehungen lassen sich nicht bloß zwischen Autochthonen und Allochthonen beobachten. Auch innerhalb der diversen Gruppen von Zugewanderten finden sich problematisierende Zuschreibungen, negative Wir-Bilder und ausgrenzende Praktiken gegenüber als randständig wahrgenommenen sozialen Gruppen. Am Beispiel der Dortmunder Nordstadt als Ankunftsstadtteil, der eine hohe kulturelle Pluralität und Fluktuation aufweist, spüren die beiden Autorinnen solchen Figurationen zwischen etablierten Türkeistämmigen und im Zuge der EU-2-Erweiterung neu zugewanderten Migrant*innen aus Bulgarien und Rumänien nach. Das Modell von Elias und Scotson wird dabei als fruchtbare Heuristik, um die Konstruktion und Wandelbarkeit sozialer Problemgruppen in den Blick zu nehmen, herausgearbeitet.

Schlüsselwörter

Etablierte-Außenseiter-Beziehungen Figurationssoziologie Migrationsforschung Stigmatisierung Exklusion Stadtsoziologie Problemgruppen EU-2-Zuwanderung 

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Authors and Affiliations

  1. 1.Projekt inSTUDIESRuhr-Universität BochumBochumDeutschland

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