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Durchlässigkeit zwischen Fachhochschule und Universität am Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium

Zusammenfassung

Die im Zuge des Bologna-Prozesses vollzogene Studienstrukturreform hat dazu geführt, dass aufgrund der Vergleichbarkeit der Studienabschlüsse die Durchlässigkeit zwischen Universitäten und Fachhochschulen verbessert wurde und in einem empirisch relevanten Umfang zugenommen hat. Wer aus welchen Gründen nach dem Bachelor- ein Masterstudium an einem anderen Hochschultyp fortsetzt, steht im Mittelpunkt des vorliegenden Beitrags. Auf Basis der DZHW-Studienberechtigtenbefragung 2010 zeigt sich, dass Hochschulwechsel vorwiegend von der Fachhochschule an die Universität stattfinden und deutlich seltener in umgekehrter Richtung. Von der Wechseloption machen insbesondere Studierende aus akademischen Elternhäusern und solche mit überdurchschnittlich guten Studienleistungen Gebrauch. Ein ausgeprägtes Forschungsinteresse oder eine Promotionsabsicht haben, entgegen den theoretischen Erwartungen, keinen Einfluss auf die Wechselneigung. Bedeutsam sind vielmehr Kontextfaktoren, etwa reduzieren ein inhaltlich passendes Masterangebot an der Fachhochschule oder die Zufriedenheit mit den Studienbedingungen vor Ort die Wechselneigung.

Schlüsselworte

  • Bologna Reform
  • Hochschulwechsel
  • Hochschulinstitution
  • Bildungsentscheidung
  • Mobilität

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Abb. 1

(Quelle: DZHW-Studienberechtigtenbefragung 2010 [3.Welle], eigene Berechnungen)

Notes

  1. 1.

    Allerdings werden dabei Überlastungen in anderen Masterstudiengängen nicht gegengerechnet.

  2. 2.

    Siehe hierzu auch die mediale Debatte um mögliche Anerkennungsschwierigkeiten von Fachhochschulbachelor-absolventinnen und -absolventen in universitären Masterstudiengängen (z. B. Backovic 2010; Wiarda 2017).

  3. 3.

    Ähnlich wie Deutschland verfügen Belgien und die Niederlande über ein sogenanntes binäres System aus Fachhochschulen (hogescholen) und Universitäten (universiteiten).

  4. 4.

    Im Einzelfall mag bereits ein Bachelorabschluss ausreichen, um den elterlichen Status zu reproduzieren.

  5. 5.

    Vertikale Unterschiede beziehen sich auf herkunftsspezifische Unterschiede beim Übergang von der einen in die nächsthöhere Bildungsstufe. Horizontale Unterschiede beziehen sich demgegenüber auf Unterschiede hinsichtlich der Art der Bildungsbeteiligung innerhalb einer Bildungsstufe (Lörz 2017).

  6. 6.

    Studiengänge, die mit einem Staatsexamen, Magister oder Diplom abschließen, wurden ebenfalls aus der Analyse ausgeschlossen.

  7. 7.

    Die Kombination aus bereits realisierter und intendierter Masteraufnahme ist aufgrund des unterschiedlichen Studienbeginns erforderlich, um systematische Verzerrungen zu vermeiden (bspw. Geschlecht).

  8. 8.

    Die forschungsbezogenen Interessen wurden über die Items „wissenschaftliche Aufsätze lesen“, „etwas genau beobachten und analysieren“, „die Lösung eines komplexen Problems finden“ und „die Ursachen eines Problems analysieren“ gemessen. Hierbei wurden die Studierenden gefragt, wie sehr Sie sich für diese Tätigkeiten interessieren (überhaupt nicht bis sehr stark).

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Lörz, M., Neugebauer, M. (2019). Durchlässigkeit zwischen Fachhochschule und Universität am Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium. In: Lörz, M., Quast, H. (eds) Bildungs- und Berufsverläufe mit Bachelor und Master. Springer VS, Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-22394-6_5

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