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Hybridität als Folge des Exils: transkulturelle Erfahrungen bei Hilde Spiel

  • Rosa Pérez Zancas
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Zusammenfassung

Von Hilde Spiels Zeit in ihrem „grünen Grab“, wie sie ihr Zuhause in Wimbledon nannte, und ihrer späten Heimkehr nach Österreich im Jahr 1963 legen ihre herausgegebenen Briefkorrespondenzen, ihre veröffentlichten Erinnerungen sowie ihr Tagebuch detailliert Zeugnis ab. Dort beschreibt sie zum einen die Schwierigkeiten, mit denen sie als Neuankömmling in einem fremden Land zu kämpfen hatte, und wie sie besonders über die Entstehung einer neuen Zugehörigkeit (der englischen), mit einer fremden Sprache, sich ihr ein positiv konnotierter transkultureller Raum öffnete, der ihr neue Möglichkeiten bot, sich auf eine andere Art in der literarischen Welt zu entfalten. Dies zeigt sich besonders in ihrer Bevorzugung des Essays. Hier findet Hilde Spiel eine Form, ihre intellektuelle und schriftstellerische Begabung in der englischen Sprache zu verwirklichen. Im Mittelpunkt meines Beitrages steht ihre autobiographische Selbstreflexion in Hinsicht auf die Herausforderung, die das Schreiben in englischer Sprache an sie stellte, welche Spuren dies in ihrem Werk hinterlassen und wie dies eine positive Auswirkung auf ihre Karriere als „Grand-Dame der Literatur“ gehabt hat.

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Copyright information

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Authors and Affiliations

  1. 1.Facultat de FilologiaUniversitat de BarcelonaBarcelonaSpanien

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