„Der Fremde war ich.“ Das Motiv der Rückkehr aus dem Exil bei Reinhard Federmann und Georg Stefan Troller

Chapter

Zusammenfassung

Eingebettet in die drei klassischen Grundnarrative der Heimkehr untersucht der Beitrag das Motiv der Rückkehr von politischen Exilanten nach Österreich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in literarischen Werken. Nach einem kurzen historischen Abriss und mehreren autobiographischen Zeugnissen österreichischer Autorinnen und Autoren wird anhand der Werke zweier Autoren das Scheitern dieser Rückkehr dargestellt. Zwei Romane von Reinhard Federmann (1923-1976), Das Himmelreich der Lügner (1959) und Chronik einer Nacht (1950/1988), beschreiben auf unterschiedliche Weise die Unmöglichkeit, nach den Erfahrungen des Austrofaschismus und des Dritten Reichs in ein von politischer Korruption und dem Streben nach Vergessen geprägtes Österreich zurückzukehren. Dasselbe ist der Fall in dem von Georg Stefan Troller (1921) nach autobiographischen Erfahrungen verfassten Drehbuch zum Film Welcome in Vienna (1986), in dem der Protagonist als Soldat der US-Armee zwar als Mitglied der Besatzungsmacht mit offenen Armen empfangen, als einst vertriebener Jude jedoch auf die noch nicht vergangene Vergangenheit zurückgeworfen wird.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literaturverzeichnis

  1. Doderer, Imogena (2003): „Man kehrt nie zurück, man geht immer nur fort“. Jüdische Remigranten und Remigrantinnen im Österreich der Nachkriegszeit. Universität Graz, Diplomarbeit.Google Scholar
  2. Dor, Milo (2005): „Der Fall Reinhard Federmann“. In: Müller, Manfred (Hg.): Alte Meister, Schufte, Außenseiter. Wien: Sonderzahl, 33–41.Google Scholar
  3. Dor, Milo/Federmann, Reinhard (1994): Internationale Zone. Roman. Wien: Picus.Google Scholar
  4. Dungl, Franz (2013): Heimatverlust. Zur Remigration jüdischer Vertriebener nach 1945. Wien, Doktorarbeit.Google Scholar
  5. Ellmauer, Gottfried (1992): Rückkehr unerwünscht. Remigration in Österreich nach 1945? Universität Wien, Diplomarbeit.Google Scholar
  6. Embacher, Helga (1995): Neubeginn ohne Illusionen. Juden in Österreich nach 1945. Wien: Picus.Google Scholar
  7. Federmann, Reinhard (1977): Die Pestsäule. In memoriam Reinhard Federmann.Google Scholar
  8. Federmann, Reinhard (1993): Das Himmelreich der Lügner. Roman. Wien: Picus.Google Scholar
  9. Federmann, Reinhard (2005): Chronik einer Nacht. Roman. Wien: Picus.Google Scholar
  10. Keller, Fritz (2002): „‚Ich glaube an den Tod‘. In memoriam Reinhard Federmann (1923–1976)“. In: Bücherschau 156/3, 16–19.Google Scholar
  11. Krauss, Marita (2001): Heimkehr in ein fremdes Land. Geschichte der Remigration nach 1945. München: C. H. Beck.Google Scholar
  12. N. N. (1959): „Ich sage die Wahrheit“. In: WochenPresse, 19.12.1959.Google Scholar
  13. Neugebauer, Wolfgang/Ganglmair, Siegwald (2003): „Remigration.“ In: Jahrbuch des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes, 96–102.Google Scholar
  14. Pichler, Georg (2014): „‚Nichts ist geschehen‘. Der Februar 1934, die Literatur und Reinhard Federmann“. In: Jele, Harald/Lenhart, Elmar (Hg.): Literatur –Politik – Kritik. Beiträge zur Österreichischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Göttingen: Wallstein, 118–127.Google Scholar
  15. profilthema (2015): Die Stunde Null 1945. Ein Land in Trümmern. Heft 1/2015.Google Scholar
  16. Spiel, Hilde (1991): Die hellen und die finsteren Zeiten. Erinnerungen 1911–1946. Reinbek bei Hamburg: rororo.Google Scholar
  17. Spiel, Hilde (2009): Rückkehr nach Wien. Ein Tagebuch. Wien: Milena.Google Scholar
  18. Stadler, Friedrich (2004): „Emigration der Wissenschaft – Wissenschaft von der Emigration. Ein ungeschriebenes Kapitel österreichischer Zeitgeschichte“. In: Stadler, Friedrich (Hg.): Vertriebene Vernunft I. Emigration und Exil österreichischer Wissenschaft 1930–1940. Münster: LIT, 9–43.Google Scholar
  19. Stocker, Günther (2008): „Der Fall Federmann oder wie man außerhalb des Kanons bleibt“. In: Struger, Jürgen (Hg.): Der Kanon – Perspektiven, Erweiterungen und Revisionen. Wien: Praesens, 225–238.Google Scholar
  20. Stocker, Günther (2009): „Politische Literatur aus Österreich. Reinhard Federmann: ‚Das Himmelreich der Lügner‘“. In: treibhaus. Jahrbuch für die Literatur der fünfziger Jahre 5, 259–275.Google Scholar
  21. Teissl, Christian (2001): „Ein Augenblick der Erinnerung. Zu den Erzählungen Reinhard Federmanns“. In: Literatur und Kritik 359/360, 78–80.Google Scholar
  22. Troller, Georg Stefan (2009): „Welcome in Vienna“. In: Troller, Georg Stefan: Wohin und zurück. Die Axel-Corti-Trilogie. Wien: Theodor Kramer Gesellschaft, 137–187.Google Scholar
  23. Troller, Georg Stefan (2009a): Selbstbeschreibung. Verbesserte und ergänzte Neuausgabe. Düsseldorf: Artemis & Winkler.Google Scholar
  24. Troller, Georg Stefan (2013): Mit meiner Schreibmaschine. Geschichten und Begegnungen. Hürth bei Köln: Edition memoria.Google Scholar
  25. Troller, Georg Stefan (2015): „Hitler kaputt! Mein Kriegsende 1945“. In: Lettre International 108, 73–79.Google Scholar
  26. Viertel, Bertold (2015): „Austria Rediviva“. In: Zwischenwelt 32/2–3, 16 f.Google Scholar
  27. Weigel, Hans (1979): „Reinhard Federmann“. In: Weigel, Hans: In memoriam. Graz/Wien/Köln: Styria, 54–62.Google Scholar
  28. Wiener Journal (2015). Das Magazin der Wiener Zeitung, 8.5.2015.Google Scholar
  29. Wilder-Okladek, Friederike (1969): The return movement of Jews to Austria after the Second World War. With special consideration of the return from Israël. The Hague: Nijhoff.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Departamento de Filología ModernaUniversidad de AlcaláAlcalá de HenaresSpanien

Personalised recommendations