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Anmerkungen zur Konvergenz zwischen ökonomischer und pädagogischer Vernunft in der Betrieblichen Bildung

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Zusammenfassung

Die Betriebliche Weiterbildung war bis in die 1990er Jahre hinein ein eher marginalisierter Bereich der erwachsenenpädagogischen Forschung und Theoriebildung, heute sieht man sich demgegenüber mit einem „Surveydschungel“ konfrontiert, deren „Mittelwerte und Wahrscheinlichkeiten allgemeine Orientierungen (bieten), aber oft wenig betriebsspezifisch (sind) und für situative, kontextsensible Entscheidungen auch kontraproduktiv sein (können)“. Schmerzlich ist insbesondere das Fehlen begrifflich-theoretischer Auslotungen und Justierungen bzw. deren Ignorierung; auch heute ist der Diskurs vielfach durch das Fortwirken traditioneller Ausgrenzungsthesen geprägt, die dem Humboldtschen Vermischungsverbot verhaftet bleiben, demzufolge das, „was das Bedürfnis des Lebens oder des einzelnen seiner Gewerbe erheischt“ – mithin dem beruflich-betrieblichen Raum zuzurechnen ist -, „abgesondert“ von der eigentlichen Bildung erworben werden soll: „Wird beides vermischt“ – so Humboldt in seinem Litauischen Schulplan -, „wird Bildung unrein, und man erhält weder vollständige Menschen noch vollständige Bürger einzelner Klassen“.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für PädagogikTechnische Universität KaiserslauternKaiserslauternDeutschland

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