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Die Verschränkung von ›Mordlust‹ und ›Fleischeslust‹ in E.T.A. Hoffmanns Die Elixiere des Teufels und in der zeitgenössischen Kriminalpsychologie

  • Jill BühlerEmail author
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Zusammenfassung

In E.T.A. Hoffmanns Die Elixiere des Teufels wird der juridisch-forensische Hintergrund von Vorgängerkonzepten des Lustmords greifbar. In der Entstehungszeit des Schauerromans, in der sich das Rechtssystem durch bahnbrechende Modernisierungen mit Problemen wie der Beurteilung der Zurechenbarkeit des Täters konfrontiert sieht, bildet die Frage nach einem verborgenen, wollüstigen Motiv eine besondere Herausforderung für die Jurisprudenz. Dies wird auch in Hoffmanns richterlichem Gutachten zum Fall Schmolling deutlich: In Abwehr der medizinischen Expertise, die Schmolling attestiert, unzurechnungsfähig zu sein, spricht es von einem Übergang von ›Fleischeslust in Mordlust‹, der Grund für den verübten Mord gewesen sein soll. Auch im Roman scheint dieser Umstand für die Taten des Protagonisten ausschlaggebend zu sein. Die Textteile, die dies beleuchten, sind dem Gericht allerdings unbekannt. Dass dem so ist, liegt an der Handlungsstruktur des Romans, die ganz wesentlich durch die Doppelgänger-Figuration bestimmt wird. Diese Figurenkonstellation, ohne die der Plot des Romans undenkbar wäre, erscheint im Kontext der zeitgenössischen Theorien um einen plötzlich auftretenden Wahnsinn.

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Authors and Affiliations

  1. 1.KarlsruheDeutschland

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