Advertisement

Das Lustmord-Wissen der Psychopathia sexualis von Richard von Krafft-Ebing

  • Jill BühlerEmail author
Chapter
  • 756 Downloads

Zusammenfassung

Dieses Kapitel untersucht den Terminus Lustmord aus einer allgemein historischen wie auch wissens- und begriffsgeschichtlichen Perspektive. In den zwölf unterschiedlichen Ausgaben der Psychopathia sexualis von Richard von Krafft-Ebing, die zwischen 1886 und 1903 erschienen sind, formiert sich das Wissen vom Lustmord erst nach und nach. Es steht am Ende eines Ausdifferenzierungsprozesses, den die Theorie des Sexualtriebs während des langen 19. Jahrhunderts erfährt. Augenfällig bei der Darlegung der Lustmord-Theorie in der Psychopathia sexualis ist, dass sie in den ersten Ausgaben weitgehend jenseits des Freud’schen Triebprinzips funktioniert. Begrifflich lässt sich dieser Umstand an den Schlagwörtern Blutdurst und Wollust festmachen. Insbesondere am Beispiel des Mädchenschlächters Andreas Bichel von Johann Paul Anselm Feuerbach können Vorläufertexte und -konzepte einer Lustmord-Theorie ausgemacht werden; es zeigt sich, dass Texte einer beginnenden Kriminalpsychologie in der Zeit um 1800 die Erscheinung, die bei Krafft-Ebing auf den Terminus des Lustmords gebracht werden wird, bereits vor dieser begrifflichen Manifestation reflektieren.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, part of Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.KarlsruheDeutschland

Personalised recommendations