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Der Zugang zum Feld im Kontext interkultureller Forschung
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Zusammenfassung

Leitfadeninterviews im Slum? Fragebögen unter Analphabeten? Teilnehmende Beobachtung im Taxi nach Accra? Was tun, wenn wissenschaftliche Methodik auf die Realitäten eines ungewöhnlichen Forschungsfeldes trifft? Vermutlich hat jeder Forscher irgendwann schon einmal die Erfahrung gemacht, dass zwischen den theoretischen Vorüberlegungen zur Datengenerierung im Feld und den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort große Unterschiede klaffen. Je fremder das zu untersuchende „Feld“, desto theoretischer die Annahmen zu seiner Manifestation. Doch was heißt das? Lässt sich nur das adäquat beforschen, was man eh schon kennt? Lassen sich halbwegs gesicherte Erkenntnisse nur im jeweils eigenen Kulturkreis generieren? Das wären wahrlich traurige Statements und doch haben sie einen Kern Wahrheit. Grundlage jeder sozialwissenschaftlichen Datenakquise ist die Kommunikation, und tendenziell wächst die Anzahl der kommunikativen Fallstricke mit zunehmender kultureller Distanz. Die hohe Kunst ist es hierbei, diese so zu handhaben, dass sie nicht den Forschungsprozess als Ganzes zu Fall bringen.

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Internetadressen

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Kulturwissenschaftliches InstitutEssenDeutschland

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