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Politische Bildung mit marginalisierten Jugendlichen

  • Markus Ottersbach
Chapter
Part of the Bürgerbewusstsein book series (BÜUPOBI)

Zusammenfassung

Die Institutionen der politischen Bildung bemühen sich seit einigen Jahren um einen verbesserten Zugang zur Zielgruppe der so genannten „bildungsfernen“ Jugendlichen. Nicht nur die Bundeszentrale für politische Bildung, sondern auch kommunale Einrichtungen der Jugendarbeit, deren Auftrag u. a. die Förderung der außerschulischen (politischen) Bildung von Jugendlichen ist, interessieren sich verstärkt für diese scheinbar neue Zielgruppe. Häufig wird der bezeichneten Gruppe „Desintegration“, „fehlendes politisches Interesse“, „Schulverweigerung“ bzw. „(Aus-) Bildungsverweigerung“ attestiert. Weitaus vorsichtiger und zugleich umfassender wird die Zielgruppe als „sozial benachteiligt“ (vgl. Korte 2006) mit möglichen Schwerpunkten auf Markt-, Rechts- oder Lernbenachteiligung oder als Träger von „Risikobiographien“ bezeichnet (Büchner 2001, Spies/Tredop 2006).

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Authors and Affiliations

  1. 1.KölnDeutschland

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