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Zentral organisiert oder individuelle Vorlieben?

Die Nutzung von Social Media durch Kandidaten im Wahlkampf
  • Bernd Schlipphak
  • Alejandro Cordero
  • Johannes Terhaar
Chapter

Zusammenfassung

Wer nutzt social media im Wahlkampf? Die Professionalisierungsthese erwartet für die Nutzung sozialer Medien eine Homogenisierung aller KandidatInnen. Ausgehend von der Strategie der Partei- bzw. der Wahlkampfzentrale sollten alle KandidatInnen (bestimmte) Kanäle nutzen oder nicht. Eine stärker auf die individuelle Charakteristiken eingehende Perspektiven hingegen würde immer noch starke Unterschiede in der generellen Nutzung der sozialen Medien erwarten. Unser innovativer Datensatz zur Nutzung sozialer Medien von DirektkandidatInnen von CDU und SPD im NRW-Lantagswahlkampf 2017 führt zu Ergebnissen, die eher für die zweitere Perspektive sprechen. Wir finden zwar Indizien dafür, dass die Nutzung von Facebook grundlegend von einer zentralen Stelle vorgegeben wird. Im Gegensatz dazu ist die Nutzung von Twitter stark auf persönliche Faktoren der KandidatInnen zurück zu führen. Die Professionalisierung des Wahlkampfes im Bereich der social media-Nutzung wird also durch die Person der KandidatInnen eingeschränkt.

Schlüsselwörter

Professionalisierung Social media Wahlkampf Kampagnenstrategie Interaktive Kommunikation CDU SPD 

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Bernd Schlipphak
    • 1
  • Alejandro Cordero
    • 1
  • Johannes Terhaar
    • 1
  1. 1.MünsterDeutschland

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