Advertisement

Negative Erfahrungen als Reflexionsanlässe im alltäglichen Sportunterricht

  • Ilka LüsebrinkEmail author
  • Petra Wolters
Chapter
  • 942 Downloads

Zusammenfassung

Die Nutzung bildungstheoretischer Folien für (fach)didaktische Zuspitzungen bedarf der kritischen Prüfung der Übertragbarkeit zentraler Bestimmungselemente. Der Ansatz eines reflektierten Sportunterrichts knüpft an das Konzept transformatorischer Bildung an. Ausgangspunkt von Bildungsprozessen sind dabei Krisen oder Irritationen, die didaktisch zu Reflexionsanlässen gewendet werden. Da die transformatorische Bildungstheorie ihren Fokus primär auf biographische Bildungsprozesse richtet, stellt sich die Frage, inwiefern die Konzeptualisierung von Krisen als negative bzw. Fremderfahrungen fachdidaktisch tragfähig ist. Für das Fach Sport steht zudem das Verständnis von schulischen Krisen als Verstehens- gegenüber Handlungs- resp. Umgangskrisen zur Disposition. Die vorliegenden Überlegungen greifen neben theoretischen Anschlüssen auch auf die Interpretation eines Falls aus dem Sportunterricht zur kritischen Reflexion der vorliegenden Konzeptionen zurück.

Schlüsselwörter

Bildungstheorie Irritationen Reflexionsanlässe Krisenkonstellationen reflexive Handlungsfähigkeit Sportunterricht 

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Buck, G. (1981). Hermeneutik und Bildung. München: Wilhelm Fink.Google Scholar
  2. Combe, A. (1996). Pädagogische Professionalität, Hermeneutik und Lehrerbildung. In A. Combe & W. Helsper (Hrsg.), Pädagogische Professionalität (S. 501-520). Frankfurt am Main: Suhrkamp.Google Scholar
  3. Combe, A. & Gebhard, U. (2007). Sinn und Erfahrung. Zum Verständnis fachlicher Lernprozesse in der Schule. Opladen: Budrich.Google Scholar
  4. Combe, A. & Gebhard, U. (2009). Irritation und Phantasie. Zur Möglichkeit von Erfahrung in schulischen Lernprozessen. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 12, (S. 549-571).CrossRefGoogle Scholar
  5. Combe, A. & Gebhard, U. (2012). Entselbstverständlichung und Irritation. Konstellationen verstehenden Lernens. Hamburg macht Schule, 24 (4), (S. 30-31).Google Scholar
  6. Dietrich, K. (1984). Sportspiel im Sportunterricht. sportpädagogik, 8 (1), (S. 17-18).Google Scholar
  7. Ehni, H. (1977). Sport und Schulsport. Schorndorf: Hofmann.Google Scholar
  8. Ehni, H. (2004). Sportunterricht in den Perspektiven des Handelns und Erlebens. In P. Neumann & E. Balz (Hrsg.), Mehrperspektivischer Sportunterricht. Orientierungen und Beispiele (S. 34-56). Schorndorf: Hofmann.Google Scholar
  9. Fallarchiv Sportdidaktik: http://web.fhnw.ch/ph/sportdidaktik/sportdidaktik_fallarchiv/Fallarchiv.html. Zugegriffen: 1. Februar 2018.
  10. Heimann, P. (1962). Didaktik als Theorie und Lehre. Die deutsche Schule, 54 (9), (S. 407-427).Google Scholar
  11. Kauppert, M. (2010). Erfahrung und Erzählung. Zur Topologie des Wissens (2. korrigierte Aufl.). Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  12. Kelle, U. & Kluge, S. (1999). Vom Einzelfall zum Typus. Opladen: Leske und Budrich.CrossRefGoogle Scholar
  13. Kokemohr, R. (1989). Bildung als Begegnung? Logische und kommunikationstheoretische Aspekte der Bildungstheorie Erich Wenigers und ihre Bedeutung für biographische Bildungsprozesse in der Gegenwart. In O. Hansmann & W. Marotzki (Hrsg.), Diskurs Bildungstheorie. Rekonstruktion der Bildungstheorie unter Bedingungen der gegenwärtigen Gesellschaft. Bd. 2 (S. 327-373). Weinheim: Deutscher Studien Verlag.Google Scholar
  14. Kolb, M. (2005). Strukturen von Spiel und Sportspiel. In A. Hohmann, M. Kolb & K. Roth (Hrsg.), Handbuch Sportspiel (S. 17-30). Schorndorf: Hofmann.Google Scholar
  15. Koller, H.-C. (1999). Bildung und Widerstreit. Zur Struktur biographischer Bildungsprozesse in der (Post-)Moderne. München: Fink.Google Scholar
  16. Koller, H.-C. (2005). Bildung und Biographie. Zur Bedeutung der bildungstheoretisch fundierten Biographieforschung für die Bildungsgangforschung. In B. Schenk (Hrsg.), Bausteine einer Bildungsgangtheorie (S. 47-66). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.CrossRefGoogle Scholar
  17. Koller, H.-C. (2007). Bildung als Entstehung neuen Wissens? Zur Genese des Neuen in transformatorischen Bildungsprozessen. In H. R. Müller & W. Stravorvravdis (Hrsg.), Bildung im Horizont der Wissensgesellschaft (S. 49-66). Wiesbaden: Springer VS.CrossRefGoogle Scholar
  18. Koller, H.-K. (2012). Bildung anders denken. Einführung in die Theorie transformatorischer Bildungsprozesse. Stuttgart: Kohlhammer.Google Scholar
  19. Koller, H.-C. (2015). Probleme und Perspektiven einer Theorie transformatorischer Bildungsprozesse. In H.-J. Fischer, H. Giest, & K. Michalik (Hrsg.), Bildung im und durch Sachunterricht (S. 25–37). Bad Heilbrunn: Julius Klinkhardt.Google Scholar
  20. Koller, H.-C. (2016a). Ist jede Transformation als Bildungsprozess zu begreifen? Zur Frage der Normativität des Konzepts transformatorischer Bildungsprozesse. In D. Verständig, J. Holze & R. Biermann (Hrsg.), Von der Bildung zur Medienbildung. Medienbildung und Gesellschaft (S. 149-161). Wiesbaden: Springer VS.Google Scholar
  21. Koller, H.-C. (2016b). Über die Notwendigkeit von Irritationen für den Bildungsprozess. Grundzüge einer transformatorischen Bildungstheorie. In A. Lischewski (Hrsg.), Negativität als Bildungsimpuls? Über die pädagogische Bedeutung von Krisen, Konflikten und Katastrophen (S. 213-236). Paderborn: Ferdinand Schöningh.Google Scholar
  22. Lüsebrink, I. (2006). Pädagogische Professionalität und stellvertretende Problembearbeitung – ausgelegt durch Beispiele aus Schulsport und Sportstudium. Köln: Strauß. Lüsebrink, I. & Wolters, P. (2017). Rekonstruktion von Reflexionsanlässen im alltäglichen Sportunterricht. Zeitschrift für sportpädagogische Forschung 5 (1), (S. 27-44).Google Scholar
  23. Marotzki, W. (1990). Entwurf einer strukturalen Bildungstheorie. Biographietheoretische Auslegung von Bildungsprozessen in hochkomplexen Gesellschaften. Weinheim: Deutscher Studienverlag.Google Scholar
  24. Miethling, W.-D. & Krieger, C. (2004). Schüler im Sportunterricht. Schorndorf: Hofmann. Prange, K. (1986). Bauformen des Unterrichts (2. Aufl.). Bad Heilbrunn: Klinkhardt. Prange, K. (2002). Lob der Routine. In G. Brinek & A. Schirlbauer (Hrsg.), Lob der Schule (S. 25-36). Wien: WUV Universitätsverlag.Google Scholar
  25. Reichertz, J. (2000). Abduktion, Deduktion und Induktion in der qualitativen Forschung. In U. Flick, E. v. Kardorff & I. Steinke (Hrsg.), Qualitative Forschung (S. 276-286). Reinbek: Rowohlt.Google Scholar
  26. Scherler, K. (1992). Elementare Didaktik (2. Aufl.). Weinheim, Basel: Beltz.Google Scholar
  27. Scherler, K. (2004). Sportunterricht auswerten. Eine Unterrichtslehre. Hamburg: Czwalina.Google Scholar
  28. Scherler, K. & Schierz, M. (1987). Interpretative Unterrichtsforschung in der Sportpädagogik. In W. Brehm & D. Kurz (Red.), Forschungskonzepte in der Sportpädagogik (S.74-102). Clausthal-Zellerfeld: dvs.Google Scholar
  29. Scherler, K. & Schierz, M. (1993). Sport unterrichten. Schorndorf: Hofmann.Google Scholar
  30. Schierz, M. (1986). Spielregeln – Spiele regeln. sportpädagogik, 10 (4), (S. 7-14).Google Scholar
  31. Schierz, M. (1997). Narrative Didaktik. Von den großen Entwürfen zu den kleinen Geschichten im Sportunterricht. Weinheim, Basel: Beltz. Schierz, M. & Thiele, J. (2005). Schulsportentwicklung im Spannungsfeld von Ökonomisierung und Standardisierung – Anmerkungen zu einer (noch) nicht geführten Debatte. In A. Gogoll & A. Menze-Sonneck (Hrsg.), Qualität im Schulsport. Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, Bd. 148, (S. 28-41). Hamburg: Czwalina.Google Scholar
  32. Schierz, M. & Thiele, J. (2011). Handlungsfähigkeit revisited. Plädoyer zur Wiederaufnahme einer didaktischen Leitidee. Spectrum der Sportwissenschaften, 23 (1), (S. 52-75).Google Scholar
  33. Schierz, M. & Thiele, J. (2013). Weiterdenken – umdenken – neu denken? Argumente zur Fortentwicklung der sportdidaktischen Leitidee der Handlungsfähigkeit. In H. Aschebrock & G. Stibbe (Hrsg.), Didaktische Konzepte für den Schulsport (S. 122-147). Aachen: Meyer & Meyer.Google Scholar
  34. Strauss, A. & Corbin, J. (1996). Grounded Theory: Grundlagen Qualitativer Sozialforschung. Weinheim: Beltz.Google Scholar
  35. Waldenfels, B. (2013 [1997]). Topographie des Fremden. Studien zur Phänomenologie des Fremden I (6. Aufl.). Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  36. Wolters, P. (1999). Bewegungskorrektur im Sportunterricht. Schorndorf: Hofmann.Google Scholar
  37. Wolters, P. (2005). Vom Video zum Text. Spectrum der Sportwissenschaften, 17 (1), (S. 24-37).Google Scholar
  38. Wolters, P. (2006). Bewegung unterrichten. Fallstudien zur Bewegungsvermittlung in der Institution Schule. Hamburg: Czwalina.Google Scholar
  39. Wolters, P. (2013). Sportdidaktische Kasuistik. In H. Aschebrock & G. Stibbe (Hrsg.), Didaktische Konzepte für den Schulsport (S. 245-263). Aachen: Meyer & Meyer.Google Scholar
  40. Ziehe, T. (1997). Vom Preis des selbstbezüglichen Wissens. Entzauberungseffekte in Pädagogik, Schule und Identitätsbildung. In A. Combe & W. Helsper (Hrsg.), Pädagogische Professionalität. Untersuchungen zum Typus pädagogischen Handelns (2. Aufl., S. 924942). Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Pädagogische Hochschule FreiburgFreiburgDeutschland
  2. 2.Universität VechtaVechtaDeutschland

Personalised recommendations