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Auf implizites Wissen setzen: zur Ungewissheit ästhetischer Praktiken

  • Ole WollbergEmail author
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Zusammenfassung

Dieser Artikel fragt nach Dimensionen der Ungewissheit ästhetischer Praktiken im Spannungsfeld von Reflexion und implizitem Wissen. Dazu wird zunächst ein Begriff der ästhetischen Praktiken eingegrenzt. In Anlehnung an das Beispiel eines Künstlerinnen-Interviews im Rahmen seiner qualitativ-empirischen Forschungsarbeit zeigt der Autor, inwieweit implizites Wissen ästhetisches Handeln und Wahrnehmen konstituiert. Reflexion kann dabei einerseits als Triebfeder, andererseits als Hemmschuh ästhetischer Praxis wirksam werden. Ungewiss sind dabei sowohl Zeitpunkte als auch Anlässe und Wirkungen von Reflexion. Geht sie nicht auf die bewusste Entscheidung zur Reflexion zurück, kann sie durch unvorhersehbare Irritationen der routinisierten ästhetischen Praktik veranlasst sein. Der Autor stellt heraus, inwieweit die performative Entwicklung ästhetischer Praktiken von diesen ambivalenten Reflexionsmöglichkeiten angetrieben ist. Ebenso ungewiss wie die Entwicklungs-Impulse ästhetischer Praktiken sind auch die spezifischen ästhetischen Qualitäten ihrer Produkte. In dieser Perspektive problematisiert der Text abschließend die Kompetenzorientierung im schulischen Kunstunterricht.

Schlüsselwörter

implizites Wissen ästhetische Praktiken Reflexion Malerei Kunst Ungewissheit Irritation Interview Kompetenzorientierung 

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Authors and Affiliations

  1. 1.HamburgDeutschland

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