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Zur sozialen Ungleichheit des Musikhörens

  • Michael HuberEmail author
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Part of the Musik und Gesellschaft book series (MUGE)

Zusammenfassung

Welche Musik wann wo und von wem gehört wird, das kann als Hinweis auf soziale Ungleichheit interpretiert werden. Im Zeitalter Web 2.0 ist weniger der prinzipielle Zugang zu Musik ungleich verteilt, es sind vielmehr die sozialen und lokalen Rahmenbedingungen der Rezeptionssituation. Gleiche Musik kann verschieden gehört werden, und die Wurzeln dieser Verschiedenheiten liegen in zentralen Prägungen durch Eltern und Geschwister. Pierre Bourdieu hat umfassend dargestellt, wie die verschiedenen Erscheinungsformen von kulturellem Kapital auf die sozialen Positionen jener verweisen, die mehr oder weniger über dieses Kapital verfügen. Reproduktion sozialer Ungleichheit manifestiert sich vor diesem Hintergrund vor allem in Distinktionsbestrebungen von Angehörigen der herrschenden Klasse. Diesem Befund wurde von vielen Seiten entschieden widersprochen, ebenso wie der Orientierung an einer legitimen Kultur und deren Homologie mit der herrschenden Klasse. Alternative Beschreibungen der Zusammenhänge von sozialer Lage und Musikrezeption erfolgen in verschiedenen Konzeptionen von Jugendkultur oder Szenen.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für MusiksoziologieUniversität für Musik und darstellende Kunst WienWienÖsterreich

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