Advertisement

Die Legitimität heterogener Wirtschaftskammern – Berufliche Sozialisation und Selbstverwaltung bei Unternehmern und Handwerkern

  • Katharina van EltenEmail author
  • Sebastian Fuchs
Chapter

Zusammenfassung

In Wissenschaft und Medien werden Wirtschaftskammern zumeist aus Perspektive des Zustandekommens, der Bedingungen und der Auswirkungen der Mitgliedschaftsform betrachtet. Die Debatte dreht sich um die Frage, ob die Unternehmen durch die Pflichtmitgliedschaft an die Kammern gebunden werden sollen, um den Kammern Repräsentationsfähigkeit zu sichern, oder ob eine freiwillige Mitgliedschaft die Dienstleistungserstellung und gute Performanz der Kammern garantieren. Der Beitrag fokussiert die Kammermitglieder und widmet sich der Binnenperspektive von Wirtschaftskammern. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die pflichtmitgliedschaftlichen Wirtschaftskammern durch ihre (heterogene) Mitgliedschaft legitimiert werden und Unterstützung erhalten. Welche gemeinsamen Vorstellungen vom Sinn und Zweck der Kammern sind unter den Mitgliedern vorzufinden? Im Ergebnis können unterschiedlich ausgeprägte Loyalitätsformen bei den Wirtschaftskammern identifiziert werden.

Literatur

  1. Bffk – Bundesverband für freie Kammern. 2011. „Gesamtinteresse“ der Wirtschaft (?!) – ein Bericht aus Absurdistan. https://www.bffk.de/aktuelles/gesamtinteresse-der-wirtschaft-ein-bericht-aus-absurdistan.html. Zugegriffen: 4. April 2016.
  2. Bizer, K., K. Haverkamp, G. Krebs, K. Müller, und A. Gelzer. 2009. Volkswirtschaftliche Nutzen und Kosten des Handwerkskammersystems. Berlin: S. Duncker & Humblot.Google Scholar
  3. BUH – Bundesverband unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker e. V. 2016. Kein Anschluss unter dieser Rolle – Zwangsmitgliedschaft abschaffen. https//www.buhev.de/2005/09/buh-zu-kammerzwang.html. Zugegriffen: 1. April 2016.
  4. Bühl, W. L. 1986. Kultur als System. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie Sonderheft 27: 118–144.Google Scholar
  5. Butzlaff, F. 2015. In der Firma zählt der Mensch. Familienunternehmer und Manager als zwei Pole zeitgenössischer Unternehmerpersönlichkeiten. In: Sprachlose Elite? Wie Unternehmer und Politik Gesellschaft sehen. BP Gesellschaftsstudie, hrsg. F. Walter und S. Marg, 69–101. Hamburg: Rowohlt.Google Scholar
  6. Dannenbring, J. 2009. Demografischer Wandel. Handwerk und Ehrenamt. Bevölkerungsschutz 1 (26): 24–26.Google Scholar
  7. Deutschlandradio Kultur. 2015. Unternehmer wehren sich gegen IHK-Mitgliedschaft, von C. Blees, Serie ‚Deutschlandradio Kultur – Zeitfragen’, 15. September 2015. http://www.deutschlandradiokultur.de/wirtschaftslobby-oder-zwangsverband-unternehmer-wehren-sich.976.de.html?dram:article_id=331109. Zugegriffen: 14. Dezember 2015.
  8. DIHK – Deutscher Industrie- und Handelskammertag. 2015a. IHKtransparent. IHK – Mit der Wirtschaft, für die Wirtschaft. http://www.ihk.de/ihktransparent [und Unterseiten]. Zugegriffen: 9. Dezember 2015.
  9. DIHK – Deutscher Industrie- und Handelskammertag. 2015b. Ehrbarer Kaufmann. http://www.dihk.de/themenfelder/recht-steuern/rechtspolitik/grundsatzthemen/ehrbarer-kaufmann. Zugegriffen: 17. Dezember 2015.
  10. Easton, D. 1965. A systems analysis of political life. New York, London, Sydney: Wiley.Google Scholar
  11. Fraser, N. und A. Honneth. 2003. Umverteilung oder Anerkennung? Eine politisch-philosophische Kontroverse. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  12. Geiger, T. 1967. Die Soziale Schichtung des deutschen Volkes. Soziographischer Versuch auf statistischer Grundlage. Stuttgart: Enke.Google Scholar
  13. Goltz, F. 2005. Pflichtmitgliedschaftliche Kammerverfassung und die Logik kollektiven Handelns. Eine Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung der Schriften von Mancur Olson. Baden-Baden: Nomos.Google Scholar
  14. Groser, M. 1992. Organisationsdynamik öffentlich-rechtlicher Zwangsverbände. In Ökonomische Systeme und ihre Dynamik, hrsg. E. Boettcher, P. Herder-Dorneich, K.-E. Schenk, und D. Schmidtchen, 129–141. Tübingen: Mohr Siebeck.Google Scholar
  15. Hasse, R. und G. Krücken. 2005. Neo-Institutionalismus. Bielefeld: transcript.Google Scholar
  16. Heinz, W. R. 2002. Berufliche und betriebliche Sozialisation. In: Handbuch der Sozialisationsforschung. Studienausgabe, hrsg. K. Hurrelmann und D. Ulich, 397–416. Weinheim: Beltz.Google Scholar
  17. Hirschman, A. O. 2004. Abwanderung und Widerspruch. Reaktionen auf Leistungsabfall bei Unternehmungen, Organisationen und Staaten. Tübingen: Mohr Siebeck.Google Scholar
  18. Hoff, E. 1985. Berufliche Sozialisation. Zur Verbindung soziologischer und psychologischer Forschung. In Arbeitsbiographie und Persönlichkeitsentwicklung, hrsg. E. Hoff, L. Lappe, und W. Lempert, 15–40. Bern: Hans Huber Verlag.Google Scholar
  19. Honneth, A. 2011.Verwilderungen. Kampf um Anerkennung im frühen 21. Jahrhundert. Aus Politik und Zeitgeschichte 1–2: 37–45.Google Scholar
  20. IfD Allensbach – Institut für Demoskopie Allensbach. 2013. Hohes Ansehen für Ärzte und Lehrer – Reputation von Hochschulprofessoren und Rechtsanwälten rückläufig. Allensbacher Berufsprestige-Skala 2013, Allensbacher Kurzbericht – 20. August 2013. http://www.ifd-allensbach.de/uploads/tx_reportsndocs/PD_2013_05.pdf. Zugegriffen: 17. Dezember 2015.
  21. Kluth, W. 2011. § 6 Aktuelle Rechtsgrundlagen der Kammern im Überblick. In Handbuch des Kammerrechts, hrsg. W. Kluth, 173–222. Baden-Baden: Nomos.Google Scholar
  22. Kohler-Koch, B. 2016. Coping with change. The multiple rationalities of German business associations. Interest Groups & Advocacy, im Erscheinen.Google Scholar
  23. Kühl, S. 2011. Organisationen. Eine sehr kurze Einführung. Wiesbaden: VS-Verlag.Google Scholar
  24. Mahoney, J. und K. Thelen. 2010. Explaining institutional change – ambiguity, agency, and power. New York: Cambridge University Press.Google Scholar
  25. Marg, S. 2015. „Wir sind die Wirtschaft!“ Der Mittelstand in der Gesellschaft zwischen Anspruch und Realität. In Sprachlose Elite? Wie Unternehmer und Politik Gesellschaft sehen. BP Gesellschaftsstudie, hrsg. F. Walter und S. Marg, 134–165. Hamburg: Rowohlt.Google Scholar
  26. Meyer, J. W. und B. Rowan. 1977. Institutionalized organizations. Formal structure as myth and ceremony. The American Journal of Sociology 83 (2): 340–363.Google Scholar
  27. Müller, K. 2011. Rückgang des Identitätsbewusstseins im Handwerk. Konsequenzen aus einer Lockerung der Zugangsvoraussetzungen. In Quo vadis Handwerk? Identität des Handwerks im Wandel, hrsg. G. Cramer und K. Müller, 103–140. Duderstadt: Mecke-Druck.Google Scholar
  28. Müller, K. 2012. Analyse der Handwerkszählung 2008. Duderstadt: Mecke-Druck.Google Scholar
  29. Nipperdey, T. 1998. Deutsche Geschichte 1866–1918. München: C.H. Beck.Google Scholar
  30. Nullmeier, F. 2010. Einleitung. In Prekäre Legitimitäten. Rechtfertigung von Herrschaft in der postnationalen Konstellation, hrsg. P. Genschel, S. Leibfried, P. Nanz, und F. Nullmeier, 9–15. Frankfurt a.M. und New York: Campus.Google Scholar
  31. Reinhardt, M. 2009. Die Industrie- und Handelskammern – eine Organisation des ehrbaren Kaufmanns? In Jahrbuch des Kammer- und Berufrechts 2008, hrsg. W. Kluth, 178–185. Halle a.d. Saale: Peter Junkermann Verlag.Google Scholar
  32. Sack, D. 2009. Strukturprobleme und Anpassungsleistungen der Kammerorganisation – Das Beispiel der Industrie- und Handelskammern. In Jahrbuch des Kammer- und Berufsrechts 2008, hrsg. W. Kluth, 65–82. Halle a.d. Saale: Peter Junkermann Verlag.Google Scholar
  33. Sack, D. 2011. Parlamente des Handwerks. Institutionelle Regeln, Sozialstruktur und Repräsentation in Nordrhein-Westfalen 1989–2011. In Zeitschrift für Politikwissenschaft 3: 423–452.Google Scholar
  34. Sack, D. und C. Strünck. 2016. Austritt und Widerspruch in Interessenorganisationen. Eine güter-zentrierte Theorie zur Analyse innerverbandlicher Konflikte. In Zeitschrift für Politikwissenschaft Sonderheft 2/2016: 93–113.Google Scholar
  35. Sack, D. und S. Fuchs. 2016. Kammeropposition mit Oberwasser? In Zeitschrift für Politikwissenschaft Sonderheft 2/2016: 93–113.Google Scholar
  36. Sack, D., K. van Elten, und S. Fuchs. 2014. Legitimität und Self-Governance. Organisationen, Narrative und Mechanismen bei Wirtschaftskammern. Baden-Baden: Nomos.Google Scholar
  37. Schaap, L. und M. J. W. van Twist. 1997. The dynamics of closedness in networks. In Managing complex networks. Strategies for the public sector, hrsg. W. J. M. Kickert, E.-H. Klijn, und J. F. M. Koppenjan, 62–78. London, Thousand Oaks: SAGE.Google Scholar
  38. Scheele, M. und C. Litz. 2012. Der gefesselte Unternehmer. Impulse 12: 56–66.Google Scholar
  39. Schroeder, W. und B. Weßels. 2010. Die deutsche Unternehmerverbändelandschaft. Vom Zeitalter der Verbände zum Zeitalter der Mitglieder. In Handbuch Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände in Deutschland, hrsg. W. Schroeder und B. Weßels, 9–24. Wiesbaden: VS Verlag.Google Scholar
  40. Sørensen, E. und P. Triantafillou (Hrsg.). 2009. The politics of self-governance. Farnham: Ashgate.Google Scholar
  41. Tönnies, F. 2012. Studien zu Gemeinschaft und Gesellschaft. Wiesbaden: Springer VS.Google Scholar
  42. Traxler, F. 2010. The long-term development of organised business and its implications for corporatism. A cross-national comparison of membership, activities and governing capacities of business interest associations, 1980–2003. In European Journal of Political Research 49: 151–173.Google Scholar
  43. Ulich, D. 2002. Zur Relevanz verhaltenstheoretischer Lern-Konzepte für die Sozialisationsforschung. In Handbuch der Sozialisationsforschung. Studienausgabe, hrsg. K. Hurrelmann und D. Ulich, 57–76. Weinheim: Beltz.Google Scholar
  44. Vester, M., P. von Oertzen, H. Geiling, T. Hermann, und D. Müller. 2001. Soziale Milieus im gesellschaftlichen Strukturwandel. Zwischen Integration und Ausgrenzung. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  45. Walter, F. und S. Marg. 2015. The business of business is business, not civics. Unternehmer in Deutschland – Fazit und Ausblick. In Sprachlose Elite? Wie Unternehmer Politik und Gesellschaft sehen, hrsg. F. Walter und S. Marg, 286-350. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.Google Scholar
  46. Welter, F., E. May-Strobl, M. Holz, A. Pahnke, S. Schlepphorst, und H.-J. Wolter (unter Mitarbeit von P. Kranzusch). 2015. Mittelstand zwischen Fakten und Gefühl. Institut für Mittelstandsforschung, IfM-Materialien Nr. 234. http://www.ifm-bonn.org/uploads/tx_ifmstudies/IfM-Materialien-234_2015_01.pdf. Zugegriffen: 17. Dezember 2015.
  47. Wenger, E. 1989. Communities of practice. Learning, meaning and identity. Cambridge: Cambridge University Press.Google Scholar
  48. Wenger, E. 2010. Communities of practice and social learning systems. The career of a concept. http://wenger-trayner.com/wp-content/uploads/2012/01/09-10-27-CoPs-and-systems-v2.01.pdf. Zugegriffen: 30. September 2016.
  49. Westle, B. 1989. Politische Legitimität – Theorien, Konzepte, empirische Befunde. Baden-Baden: Nomos.Google Scholar
  50. Will, M. 2010. Selbstverwaltung der Wirtschaft. Recht und Geschichte der Selbstverwaltung in den Industrie- und Handelskammern, Handwerksinnungen, Kreishandwerkerschaften, Handwerkskammern und Landwirtschaftskammern. Tübingen: Mohr Siebeck.Google Scholar
  51. ZDH – Zentralverband des Deutschen Handwerks. 2015. Kennzahlen des Handwerks. Wirtschaftlicher Stellenwert des Handwerks. http://www.zdh.de/daten-fakten/kennzahlen-des-handwerks.html. Zugegriffen: 9. Dezember 2015.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Sektion: Politikwissenschaft, Ruhr-Universität BochumBochumDeutschland
  2. 2.MZES, Universität MannheimMannheimDeutschland

Personalised recommendations