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Protest, Recht und Europäisierung – Stabilität und Wandel der deutschen Industrie- und Handelskammern

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Zusammenfassung

Im internationalen Vergleich gehören die deutschen Industrie- und Handelskammern zum kontinentalen öffentlich-rechtlichen Modell mit gesetzlicher Pflichtmitgliedschaft. Aus politikwissenschaftlicher Perspektive analysiert der Beitrag die Kammern auf Grundlage eines Datensatzes, mit dem beispielsweise die raumstrukturellen Unterschiede der Organisationen und die regionale Varianz der Beitragshöhe und Wahlentwicklung dargestellt werden. Auch wenn die Pflichtmitgliedschaft bis dato unangetastet geblieben ist, so ist doch ein deutlicher institutioneller Wandel zu konstatieren. Dieser besteht in einer rechtlichen Einhegung der Interessenvertretungsfunktion der Industrie- und Handelskammern. Dies geht aus einer Oppositionsdynamik in Teilen der Mitgliedschaft in Kombination mit der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichtes hervor.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Fakultät für SoziologieUniversität BielefeldBielefeldDeutschland

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