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Sicherung der Versorgung mit Arzneimitteln bei außerordentlichen Ereignissen

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Zusammenfassung

Dieses Kapitel befasst sich mit der Verbesserung der Versorgungssicherheit der Schweizer Bevölkerung mit essenziellen Arzneimitteln im Rahmen des Koordinierten Sanitätsdienstes KSD, also bei außerordentlichen Ereignissen. Zur messbaren Umsetzung der beschriebenen Zielsetzung werden eine primäre und eine sekundäre Zielgröße definiert. Als primäre Zielgröße wird der Anteil im Rahmen des KSD zeitgerecht mit Arzneimitteln versorgte Bevölkerung festgelegt. Die sekundäre Zielgröße als wichtigste Bestandesgröße zur Erreichung der primären Zielgröße ist die Anzahl der hergestellten Eigenprodukte. Die Komplexität dieser Problemstellung ist enorm und erfordert eine strukturierte Planung. Ausgehend von der gewählten strategischen Geschäftseinheit (Geschäftsbereich Pharmaprodukte und -technik der Armeeapotheke) erfolgt eine sorgfältige Evaluation der relevanten Anspruchsgruppen. Die Darstellung der wesentlichen Einflüsse und Abhängigkeiten in Form von System-Struktur-Diagrammen erlaubt es, einen fundierten Strategieentwurf zu entwickeln. Die Versorgungssicherheit kann einerseits durch die Eigenproduktion essenzieller Arzneimittel und andererseits durch umfangreiche Sicherstellungsmaßnahmen mit externen Partnern verbessert werden.

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Notes

  1. 1.

    Vgl. Verordnung über den Koordinierten Sanitätsdienst (VKSD) vom 27.04.2005.

  2. 2.

    Angelehnt an die aktuellen Versionen der WHO Model Lists „Essential Medicines“ (http://www.who.int/medicines/publications/essentialmedicines/en/, zugegriffen: 5. Mai 2016) und das „Interagency Emergency Health Kit“ (World Health Organization 2012), angepasst an die Schweizer Bedürfnisse, um den Übergang von der Friedens- in die Kriegs- und Katastrophenmedizin zu erleichtern.

  3. 3.

    Auszug aus der Immobilienbotschaft VBS 2008 (Ref.-Nr. 07.037):

    Die Armeeapotheke verfügt seit ihrem Bestehen über eine eigene Arzneimittelproduktion, welche bedürfnisorientiert die Versorgung von Armee und Bund sicherstellt. In besonderen Lagen sieht sie auch die Versorgung der Schweizer Bevölkerung mit essenziellen Medikamenten vor. Die Notwendigkeit einer solchen industrieunabhängigen und nicht rein marktorientierten Pharmaproduktion ist in den Rechtserlassen über den Koordinierten Sanitätsdienst des Schweizerischen Bundesrates und des Eidg. Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) als Vollzugsorgan mitbegründet. Die Aufrechterhaltung einer Kernkompetenz für die Herstellung von essenziellen pharmazeutischen Produkten ist unbestritten.

  4. 4.

    Gemäß Verordnung über die Pflichtlagerhaltung von Arzneimitteln vom 06.07.1983 (531.215.31).

  5. 5.

    Verordnung über die Meldestelle für lebenswichtige Humanarzneimittel vom 12.08.2015 (531.215.32).

  6. 6.

    www.kaliumiodid.ch, Verordnung über die Versorgung der Bevölkerung mit Jodtabletten.

  7. 7.

    Gemäß Verordnung über die Versorgung der Bevölkerung mit Jodtabletten vom 22.01.2014 (814.52).

  8. 8.

    Weiterführende Informationen: www.sl.bag.admin.ch.

  9. 9.

    Resilienz: Fähigkeit von Systemen, bei einem Teilausfall nicht vollständig zu versagen.

  10. 10.

    Galenik ist die Wissenschaft von der Formgebung … der Arzneimittel; „in der Galenik wird aus einem Wirkstoff ein Arzneimittel“ (nach Ammon und Schubert-Zsilavecz 2014).

  11. 11.

    Bioäquivalenz: Biopharmazeutische Gleichwertigkeit zweier Präparate, die den gleichen Wirkstoff in gleicher Dosierung und Arzneiform enthalten (nach Ammon und Schubert-Zsilavecz 2014).

  12. 12.

    Vergleiche http://www.swissmedicinfo.ch.

  13. 13.

    Qualifizierung: Sicherstellung bei neu bzw. neu in Betrieb genommenen Anlagen, dass diese den vorgesehenen Zweck erfüllen.

  14. 14.

    Validierung: Durch die Validierung wird der dokumentierte Beweis erbracht, dass ein Prozess oder ein System die vorher spezifizierten Anforderungen (Akzeptanzkriterien) reproduzierbar im praktischen Einsatz erfüllt.

  15. 15.

    Vgl. Tanski (2009), Seite 57: „Die physische Produktionskapazität kann auch als betriebliche Leistungsfähigkeit (operating capability) angesehen werden“.

  16. 16.

    Vgl. AMBV, Änderung vom 10.06.2015.

  17. 17.

    http://www.lba.admin.ch/internet/lba/de/home/verbaende/logbr/unterstellte/sanlog/Trailer.html.

  18. 18.

    Art. 9 Abs. 4 HMG: Das Institut kann den Vertrieb oder die Abgabe von nicht zugelassenen Arzneimitteln gegen lebensbedrohende Krankheiten befristet bewilligen, wenn dies mit dem Schutz der Gesundheit vereinbar ist, von der Anwendung ein großer therapeutischer Nutzen zu erwarten ist und wenn kein vergleichbares Arzneimittel zur Verfügung steht.

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Flück, M., Grösser, S.N. (2017). Sicherung der Versorgung mit Arzneimitteln bei außerordentlichen Ereignissen. In: Tokarski, K., Schellinger, J., Berchtold, P. (eds) Zukunftstrends Wirtschaft 2020. Springer Gabler, Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-15069-3_10

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