Steuerung der Mengendynamik nach dem KHSG: Implikationen für die Krankenhäuser

Chapter

Zusammenfassung

Kaum ein anderes Thema wurde im Gesundheitswesen in der letzten Zeit so kontrovers diskutiert wie die Mengendynamik im deutschen Krankenhausmarkt. Eigentlich war es Ziel der DRG-Einführung, die Krankenhausausgaben zu stabilisieren und zu einem Strukturwandel im Krankenhausmarkt zu kommen. Dies gelang aber leider nur in Teilen und setze insbesondere für die Ausweitung der Fallzahlen neue Anreize. Daher hat sich nicht zuletzt das Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) dieses Themas intensiv angenommen und versucht nun u. a. durch den sogenannten Fixkostendegressionsabschlag (FDA), die Leistungsentwicklung zu steuern. Dies hat weitreichende betriebswirtschaftliche Implikationen für die Krankenhäuser und wird u. a. zu einer Anpassung des Leistungsspektrums wie auch der Kostenstrukturen führen. Allerdings bietet der Gesetzgeber durch die Neudefinition des Zentren-Begriffs den Krankenhäusern die Möglichkeit, sich strategisch neu auszurichten.

Literatur

  1. Ärzteblatt D (2016) Pressemeldung Politik: Psychiatriereform bringt auch Änderungen für Krankenhaussektor, Mitteilung vom 11.11.2016, Köln. http://m.aerzteblatt.de/news/71415.htm. Zugegriffen: 12. Jan. 2017
  2. Augurzky B, Beivers A, Neubauer G, Schwierz C (2009) Factbook zur Bedeutung der privaten Krankenhausunternehmen. Rheinisch Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung (Hrsg.), RWI Materialien, Heft 52, EssenGoogle Scholar
  3. Augurzky B, Felder S, Wasem J (2012) Mengensteuerung über das G-DRG-Preissystem. In: Klauber J, Geraedts M, Friedrich J, Wasem J (Hrsg.) Krankenhaus-Report 2013, Schwerpunktthema Mengendynamik: mehr Menge, mehr Nutzen?. Schattauer Verlag, Stuttgart, S 175–187Google Scholar
  4. Beivers A (2010) Ländliche Krankenhausversorgung in Deutschland: Eine gesundheitsökonomische Analyse, Europäische Hochschulschriften. Peter lang Internationaler Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am MainGoogle Scholar
  5. Beivers A (2014) Ordnungspolitisches Spannungsfeld der deutschen Krankenhausversorgung am Beispiel der Mengensteuerung. In: Kurscheid C, Beivers A (Hrsg.) Gesundheits- und Sozialpolitik. Kolhammer Verlag, Stuttgart, Seiten, 134–147Google Scholar
  6. Beivers A (2016a) Vortrag „Zentrenbildung durch das KHSG: Was bleibt und was wird Zentrum?“, G-DRG-Update 2017, 18.11.2016, DarmstadtGoogle Scholar
  7. Beivers A (2016b) Kommentar zum Orientierungswert: Beschäftigungstherapie für gelangweilte Schiedsstellen, Bibliomed Verlag, Melsungen. https://www.bibliomedmanager.de/el/news/content/detail/21826097?p_p_lifecycle=0&p_p_state=normal&p_p_mode=view&p_p_col_id=column-1&p_p_col_pos=3&p_p_col_count=7. Zugegriffen: 12. Jan. 2017
  8. Beivers A (2016b) Vortrag „Steuerung durch Fixkostendegressionsabschlag?“, 15. Europäischer Gesundheitskongress, 21.10.2016, MünchenGoogle Scholar
  9. Beivers A, Penter V (2014) Der neue Koalitionsvertrag: Eine gesundheitsökonomische Betrachtung, ADHIBEO: Der Wissenschaftsblog der Hochschule Fresenius. http://www.adhibeo.de/2013/12/02/der-neue-koalitionsvertrag-eine-gesundheitsokonomische-betrachtung/. Zugegriffen: 12. Jan. 2017
  10. Braun G, Uhl CM (2001) Gesundheitsinformationen für mündige Patienten und Versicherte, Projektbericht, Juni 2001, Institut für Betriebswirtschaftslehre des öffentlichen Bereichs und Gesundheitswesens. Universität der Bundeswehr München (Hrsg.), NeubibergGoogle Scholar
  11. Czap H, Waehlert L (2011) Strategic Decision Support System for Healthcare Institutions (SDSSHI): Need an Design-Considerations. ITSSA 7(1/2):1–9Google Scholar
  12. Dettloff M, Klein-Hitpaß U, Schmedders M (2012) Innovationen im Krankenhaus: Mengenentwicklung versus Nutzenbewertung. In: Klauber J, Geraedts M, Friedrich J, Wasem J (Hrsg.) Krankenhaus-Report 2013, Schwerpunktthema Mengendynamik: mehr Menge, mehr Nutzen?. Schattauer Verlag, Stuttgart, S 157–172Google Scholar
  13. Felder S, Mennicken R, Meyer S (2012) Die Mengenentwicklung in der stationären Versorgung und Erklärungsansätze. In: Klauber J, Geraedts M, Friedrich J, Wasem J (Hrsg.) Krankenhaus-Report 2013, Schwerpunktthema Mengendynamik: mehr Menge, mehr Nutzen?. Schattauer Verlag, Stuttgart, S 95–108Google Scholar
  14. Fleßa S (2007) Grundzüge der Krankenhausbetriebslehre. Oldenburg Verlag, MünchenCrossRefGoogle Scholar
  15. Flintrop J (2012) Krankenhäuser im Hamsterrad: Bremse gesucht. Deutsches Ärzteblatt 2012 109(50):A–2489/B-2041/C-1997Google Scholar
  16. Krotevoß A (2005) Krankenhausplanung unter Bedingungen der German Diagnosis Related Groups: Methodischer Beitrag zur Ausgestaltung ordnungspolitischer Handlungsoptionen der Bundesländer, Dissertation. Fakultät für Geowissenschaften Ludwig-Maximilians-Universität (Hrsg.), MünchenGoogle Scholar
  17. Lüngen M, Büscher G (2012) Mengensteigerungen in der stationären Versorgung: Wo liegt die Ursache?. In: Klauber J, Geraedts M, Friedrich J, Wasem J (Hrsg.) Krankenhaus-Report 2013, Schwerpunktthema Mengendynamik: mehr Menge, mehr Nutzen?. Schattauer Verlag, Stuttgart, S 83–93Google Scholar
  18. Mankiw NG, Taylor MP (2012) Grundzüge der Volkswirtschaftslehre, 5. Aufl. Schäffer-Poeschel Verlag, StuttgartGoogle Scholar
  19. Mostert C, Leclerque G, Friedrich F (2012) Eckdaten der Leistungsentwicklung im Krankenhausmarkt 2011. In: Klauber J, Geraedts M, Friedrich J, Wasem J (Hrsg.) Krankenhaus-Report 2013, Schwerpunktthema Mengendynamik: mehr Menge, mehr Nutzen?. Schattauer Verlag, Stuttgart, S 21–43Google Scholar
  20. Nentwig T (2016) Vortrag „Können die Strukturvorgaben der zertifizierten Zentren eine Rolle in der qualitätsabhängigen Vergütung spielen?“, Viszeralmedizin 2016 (DGAV, DGVS), 22.09.2016, HamburgGoogle Scholar
  21. Neubauer G (2007) Von der staatlichen Angebotsplanung zur wettbewerblichen Nachfragesteuerung. In: Kampe DM, Bächstädt KH (Hrsg.) Die Zukunft der Krankenhaus-Finanzierung, kma Reader. Wikom-Verlag, Wegscheid, S 56–73Google Scholar
  22. Neubauer G, Beivers A (2008) Zunehmende Privatisierung von Krankenhäusern in Deutschland. In: albring & albring Hrsg. IMPLICON PLUS – Gesundheitsökonomische Analysen, Bd. 3.Google Scholar
  23. Oberender P, Heissel A (2001) Die Beziehung der Leistungsanbieter 2010. In: Kreyher VJ (Hrsg.) Gesundheits- und Medizinmarketing – Chancen, Strategien und Erfolgsfaktoren Heidelberg. R. v. Decker Verlag, Heidelberg, S 281–298Google Scholar
  24. Pindyck RS, Rubinfeld DL (2009) Mikroökonomie, 7. Aufl. Pearson Studium, Hallbergmoos, DeutschlandGoogle Scholar
  25. Porter ME (1999) Wettbewerbsstrategie: Methoden zur Analyse von Branchen und Konkurrenten, 10. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt am MainGoogle Scholar
  26. Preusker U, Müschenich M, Preusker S (2014) Darstellung und Typologie der Marktaustritte von Krankenhäusern Deutschland 2003 – 2013, Gutachten im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes, Berlin. https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/krankenversicherung_1/krankenhaeuser/gutachten_marktaustritt_krankenhaeuser/Gutachten_Marktaustritte_KH_07-2014_gesamt.pdf. Zugegriffen: 12. Jan. 2017
  27. Reifferscheid A, Thomas D, Wasem J (2012) Zehn Jahre DRG-System in Deutschland – Theoretische Anreizwirkungen und empirische Evidenz. In: Klauber J, Geraedts M, Friedrich J, Wasem J (Hrsg.) Krankenhaus-Report 2013, Schwerpunktthema Mengendynamik: mehr Menge, mehr Nutzen?. Schattauer Verlag, Stuttgart, S 3–17Google Scholar
  28. Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung (2012) Mengenentwicklung und Mengensteuerung stationärer Leistungen, Endbericht. RWI Projektbericht Forschungsprojekt im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes (Hrsg.), EssenGoogle Scholar
  29. Schreyögg J, Bäuml T, Krämer J, Dette T, Busse R, Geissler A (2014) Endbericht, Forschungsauftrag zur Mengenentwicklung nach § 17b Abs. 9 KHG, Juli 2014, Hamburg Center for Health Economics, Hamburg, online im Internet, URL: https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/krankenversicherung_1/krankenhaeuser/budgetverhandlungen/mengensteuerung/Gutachten_zur_Mengenentwicklung.pdf. Zugegriffen: 12. Jan. 2017
  30. Statistisches Bundesamt (2015) Grunddaten der Krankenhäuser – Fachserie 12, Reihe 6.1.1 – 2014. Statistisches Bundesamt (Hrsg.), WiesbadenGoogle Scholar
  31. Statistisches Bundesamt (2016) Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik (DRG-Statistik), Diagnosen und Prozeduren der vollstationären Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern. Statistisches Bundesamt (Hrsg.), WiesbadenGoogle Scholar
  32. Varian HR (1992) Microeconomic Analysis, 3. Aufl. Norton & Company Publishing, New YorkGoogle Scholar
  33. Waehlert L, Beivers A, Auhuber TC (2015) Ordnungspolitische Herausforderungen und Handlungsbedarfe für die Versorgungsstruktur und Vergütung von Krankenhäusern: Ansatzpunkte zur Verknüpfung von Qualität und Wirtschaftlichkeit. In: Mülheims L, Hummel K, Peters-Lange S, Toepler E, Schuhmann I (Hrsg.) Handbuch Sozialversicherungswissenschaft. Springer Fachmedien, Wiesbaden, S 455–469CrossRefGoogle Scholar
  34. Wöhe G (2000) Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, 20. Aufl. Vahlen Verlag, MünchenGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.MünchenDeutschland
  2. 2.IdsteinDeutschland

Personalised recommendations