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Lernen von den Kleinen: Start-ups als Leadership-Vorbild für Großunternehmen

  • Stephan GrabmeierEmail author
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Zusammenfassung

Führung ist einer der Schlüssel für das nachhaltige Wachstum von Unternehmen. Aktuelle Erfolgsfaktoren wie Agilität und Innovationskraft hängen zu einem großen Teil davon ab, wie das Führungsmodell in Unternehmen aussieht und wie gut das Organisationsdesign sowie das Selbstverständnis der Mitarbeiter übereinstimmen. Start-ups haben dabei gegenüber Konzernen den natürlichen Vorteil, dass sie per se über agile Strukturen und flache Hierarchien verfügen, da sie noch keine lange Unternehmenshistorie besitzen, in der sich Prozesse eingeschliffen haben und Strukturen erstarrt sind. Zudem leben Start-ups eine sehr viel dynamischere Entwicklung als tradierte Unternehmen und sind gezwungen, ihre Leadership-Modelle den jeweiligen Lebensphasen ihres Unternehmens anzupassen. So entsteht eine größere Vielfalt an Führungserfahrung und Führungsformen, die in meinem Beitrag exemplarisch am Beispiel von Haufe-umantis dargestellt werden. Auf Basis seiner 15-jährigen Erfahrungen vom Start-up bis zum etablierten europäischen Innovationsführer für Talent-Managementsoftware hat Haufe-umantis einen Orientierungsrahmen für Unternehmen entwickelt: den Haufe-Quadranten. Er veranschaulicht die Interaktion zwischen den zwei entscheidenden Parametern jedes Unternehmens – den Menschen und dem Organisationsdesign. Abhängig davon, ob das Organisationsdesign stark gesteuert oder selbst organisiert ist und ob die Mitarbeiter eher Gestalter oder Umsetzer sind, zeigt der Haufe-Quadrant vier verschiedene Organisationsformen auf: Weisung und Kontrolle, Schattenorganisation, agile Netzwerke und überforderte Organisation. Erfahrungsgemäß kommen diese Organisationsformen in allen Unternehmen vor – vom Start-up bis zum DAX-Konzern. Mit Prozessen, Leadership-Modellen und Management-Tools wird aber nur eine Organisationsform unterstützt: das klassische Top-Down. Dieses Führungsmodell kennen und beherrschen wir; es ist allerdings viel zu starr, als dass es Freiraum für Innovationen und schnelle Entscheidungen ermöglichen würde. Die Konsequenz: Wollen sich Unternehmen fit machen für die Zukunft, benötigen sie ein breiter angelegtes Managementsystem, das alle Organisationsformen unterstützt. Sie brauchen ein neues Betriebssystem für Unternehmen. Start-ups als Leadership-Vorbild bedeuten also, eine größere Vielfalt an Führungsformen zu implementieren sowie flexibel und individuell zu führen. Für moderne Leader reicht nicht mehr nur ein Upgrade von 2.0 auf 4.0, sie müssen zudem auch Neues lernen. Ganz wie es uns Start-ups weltweit vormachen.

Literatur

  1. Arnold, H. (2016). Die Entzauberung des Chefs. Wie eine unsichtbare Revolution Unternehmen verändert. Freiburg: Haufe Lexware GmbH.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Haufe-umantis AGSt. GallenSchweiz

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