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Systematische Metaphernanalyse: ein zweiter Blick

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Zusammenfassung

Das erste Kapitel bilanziert, dass die Metapher als Übertragung älterer Erfahrungen auf neue Kontexte bereits viele Studien in der qualitativen Sozialforschung inspiriert hat. Typische Muster des Umgangs mit Metaphern in diesem Bereich der Forschung werden vorgestellt und die damit verbundenen methodischen Schwächen skizziert, unter anderem heterogene oder nicht explizierte Metaphernbegriffe, die selten realisierte begriffliche Fassung des gemeinsamen Sinngehalts von mehreren Metaphern, die wenig verlässliche Identifikation von Metaphern und die häufige Übergeneralisierung von gefundenen Sinnzusammenhängen.

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Notes

  1. 1.

    Zur Metaphorik Bourdieus vgl. Abschn. 3.3.

  2. 2.

    Am Schluss der Arbeit wird im Abschn. 5.11 eine Übersicht der derzeit vorhandenen sozialwissenschaftlichen Metaphernanalysen gegeben.

  3. 3.

    Vgl. Schmitt (1995, S. 67–75).

  4. 4.

    Eine genauere Bestimmung der Veränderungen bzw. eine Geschichte der Entwicklung der von mir vorgeschlagenen Methodik der systematischen Metaphernanalyse findet sich im Abschn. 5.2.

  5. 5.

    Trotz dieser Nähe geht auch Blumenberg später (Blumenberg 1988) noch von der Idee der Metapher als einer Störung üblichen Verstehens aus, hierin sind Lakoff und Johnson konsequenter und versuchen, metaphorisches Denken als Normalzustand zu fassen (vgl. Abschn. 2.1). Jäkel (1997) hat viele Übereinstimmungen der früheren Theoretiker Blumenberg und Weinrich mit der kognitiven Metapherntheorie herausgearbeitet (vgl. Abschn. 2.1.8).

  6. 6.

    Bertau (1996, S. 216–242, insbes. S. 231–235) fasst in ihrer historischen Untersuchung sechs Funktionen zusammen: phatische (gemeinschaftserzeugende) Funktion, katachretische Funktion (bisher Unsagbares wiedergebend), epistemische (kognitive, erkenntnistheoretische Leistung der Metapher), illustrative, argumentative und sozial-regulative Funktion. Böke (2000) ergänzt eine emotive (emotionsauslösende) Funktion, die eine implizit argumentative Funktion der Metaphern (Motivation zu Handlung) habe, wobei sie sich auf Pielenz (1993) stützt.

  7. 7.

    Eine ähnliche Taxonomie von Metaphernanalysen beschreibt Inns (2002) für die Wirtschaftswissenschaft: „1. Examination of the root metaphor of a subject, 2. Metaphor as a qualitative research tool, 3. Metaphor as a generative tool for creative thinking, 4. Metaphor as a hegemonic tool to influence perception and interpretation, 5. Metaphor as an explicatory, teaching tool, 6. Metaphor as a tool for ,deconstruction‘ and the questioning of embedded assumptions“ (ebd., S. 308).

  8. 8.

    Auch in der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung scheint die Ansicht, man könne ein Phänomen mit einer einzigen Metapher erfassen, mittlerweile überwunden; vgl. das folgende zusammenfassende Zitat aus Tenni et al. (2003): „For instance, Morgan (1997) describes a range of ways in which experiences of organizations can be theorised and describes how various metaphors can be employed to describe organisational experience in very different ways. These different metaphors also have the effect of problematising different aspects of organisational life, offering different ways of changing organizations and professional practice“ (ebd., S. 5).

  9. 9.

    Zu den Metaphern der Wissenschaft siehe auch Abschn. 5.10.6. In Jäkels Übersicht werden gegensätzliche Metaphern eines wissenschaftlichen Ansatzes wenig diskutiert. Aufschlussreich ist z. B. die Heterogenität der Metaphern Freuds: So spielt Habermas (1970) die Metaphern, in denen Freud Psychisches als Text metaphorisiert, gegen diejenigen aus, in denen das Phänomen naturwissenschaftlich inszeniert wird; zur Übersicht über weitere gegensätzliche freudsche Metaphern vgl. Carveth (1993). Die Versuchung, eine/n AutorIn auf eine zentrale Metapher zu reduzieren, wird in Abschn. 1.4.5 noch kritisch diskutiert werden.

  10. 10.

    Auch für Sprachwissenschaft gilt, dass sie ihren Gegenstand metaphorisch vorkonzeptualisiert: Brünner (1987) hat die theoretisch wirksamen Konzepte von Kommunikation als Kampf, Bauwerk, Zeichnen, Spinnen oder Weben, Fortbewegung, als (Sprach-)Spiel, Lebewesen bzw. Organismus, ökonomisch-bürokratisches Geschäft oder als Maschine beschrieben. Spitzmüller (2005) hat mit einer gröberen Einteilung vier latente metaphorische Konzepte der Sprachwissenschaften formuliert: Sprache als Substanz, als Container, Organismus und als Artefakt.

  11. 11.

    Eine ausführlichere Besprechung der Methodik aktueller alternativer Vorgehensweisen der Metaphernanalyse, die sich in unterschiedlichem Ausmaß auf die kognitive Metapherntheorie beziehen, findet sich im Abschn. 5.11.

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Schmitt, R. (2017). Systematische Metaphernanalyse: ein zweiter Blick. In: Systematische Metaphernanalyse als Methode der qualitativen Sozialforschung. Springer VS, Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-13464-8_1

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