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Herausforderungen im digitalen Hyperwettbewerb

  • Roland EckertEmail author
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Zusammenfassung

Ein wesentliches Kennzeichen des zunehmenden Hyperwettbewerbs scheint darin zu bestehen, dass bekannte Spitzenunternehmen zunehmend schneller durch neue Wettbewerber ersetzt werden. So hat bspw. Accenture (An der Spitze wird die Luft immer dünner, 2012) in einer Studie 34 Spitzenunternehmen identifiziert. Markant ist jedoch, dass 13 dieser Spitzenunternehmen der Vorjahresstudie innerhalb eines Jahres durch neue Wettbewerber verdrängt wurden. Es ist offenbar schwierig für ein Unternehmen, an die Spitze zu kommen; es ist jedoch offenbar noch schwieriger, an der Spitze zu bleiben. (Vgl. in diesem Zusammenhang auch die Ausführungen im Zusammenhang mit der „Suche nach der Weltformel“ von Kirby 2005).

Dieses Ergebnis scheint die Aussage von D’Aveni zu bestätigen, dass die Verfallszeit von Wettbewerbsvorteilen zunimmt und eine wesentliche Herausforderung für das Management im Hyperwettbewerb darstellt. D’Aveni folgert aus dieser Erkenntnis, dass Unternehmen die eigenen Wettbewerbsvorteile permanent infrage stellen und gegebenenfalls zerstören müssen. Zusätzlich hat D’Aveni auch festgestellt, dass die bekannten Wettbewerbsbarrieren (u. a. Erfahrungskurveneffekte) zum Schutz bestehender Wettbewerbsvorteile im Hyperwettbewerb nicht mehr in der gewohnten Weise funktionieren. Insgesamt stellt sich aber somit die Frage, welche neuen strategischen Herausforderungen grundsätzlich im (digitalen) Hyperwettbewerb entstehen.

Vor diesem Hintergrund sollen hier zunächst einige wesentliche Inhalte dargestellt werden, die häufig im Zusammenhang mit dem Hyperwettbewerb genannt werden. So wird im Hyperwettbewerb häufig betont, dass nicht nur die Dynamik in den bekannten Branchen zunehmen wird. Vielmehr ist auch davon auszugehen, dass Branchengrenzen teilweise verschwinden und die bekannten Branchen durch branchenübergreifende Wettbewerbsarenen ergänzt oder ersetzt werden (Abschn. 2.1). Hamel und Prahalad sprechen im Zusammenhang mit einer zunehmenden Dynamisierung des Wettbewerbs von der Herausforderung eines Wettbewerbs um Chancenanteile, der den Wettbewerb um Marktanteile ergänzen wird (Abschn. 2.2). Abschließend wird in diesem Abschnitt auf das sogenannte Crossroads-Modell eingegangen, welches versucht, die neuen Herausforderungen des Hyperwettbewerbs und auch die neuen Herausforderungen des digitalen Hyperwettbewerbs in einem übergreifenden Phasenmodell darzustellen (Abschn. 2.3).

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2017

Authors and Affiliations

  1. 1. FOM Hochschule für Oekonomie & ManagementHochschulzentrum DüsseldorfDüsseldorfDeutschland

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