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Bilanz: Die Beharrlichkeit nationaler kollektiver Erinnerungen

  • Jürgen GerhardsEmail author
  • Lars Breuer
  • Anna Delius
Chapter
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Part of the Europa – Politik – Gesellschaft book series (EPG)

Zusammenfassung

In diesem Kapitel fassen wir die Befunde aus den vier Länderanalysen zusammen und vergleichen sie miteinander. Für all diejenigen, die davon ausgehen, dass sich im Kontext einer zunehmenden Globalisierung und Europäisierung auch die kollektiven Erinnerungen der Bürger transnationalisiert haben, fallen die Ergebnisse unserer Studie sehr ernüchternd aus. Abgesehen vom Zweiten Weltkrieg, der in allen vier Ländern als bedeutsam erachtet wird, fehlt es an einem gemeinsamen historischen Bezugspunkt, auf den sich die Menschen in den vier von uns analysierten Ländern beziehen. Die Fixierung der Befragten auf den eigenen Nationalstaat wird noch deutlicher, wenn man die Deutungsmuster der von den Bürgern als wichtig erachteten historischen Ereignisse in den Blick nimmt. In den meisten der von uns unterschiedenen Dimensionen einer kollektiven Erinnerung bleiben die Bürger auf ihren jeweiligen Nationalstaat fixiert. Die Aufrechterhaltung einer positiven nationalen Identität bildet in der Regel die Motivation für die Auswahl und Interpretation historischer Ereignisse. Transnationale Bezugnahmen und universelle Werte und Normen spielen insgesamt nur eine periphere Rolle, sind in Polen, dann in Spanien am schwächsten und in Großbritannien und Deutschland am stärksten ausgeprägt.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für SoziologieFreie Universität BerlinBerlinDeutschland
  2. 2.BerlinDeutschland

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