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Erinnerungen der Bürger in Großbritannien

  • Jürgen GerhardsEmail author
  • Lars Breuer
  • Anna Delius
Chapter
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Part of the Europa – Politik – Gesellschaft book series (EPG)

Zusammenfassung

Auf der Grundlage der in Großbritannien durchgeführten Interviews analysieren wir in diesem Kapitel die kollektiven Erinnerungen der britischen Bürger. Wie in den anderen Länderkapiteln beschreiben wir zuerst, welche historischen Ereignisse von den Bürgern genannt, welche dieser Ereignisse als besonders wichtig angesehen und wie diese räumlich gerahmt und gedeutet werden. Schließlich rekonstruieren wir die strukturierenden Motive, die den Deutungen zugrunde liegen. Unser zentrales Erkenntnisinteresse gilt auch hier der Frage, in welchem Verhältnis nationale und transnationale Bezüge in den Erinnerungen der Bürger zueinander stehen. Vier Ereigniskomplexe stehen im Fokus der britischen Diskussionen: der Zweite Weltkrieg, die Terroranschläge in New York (2001) und in London (2005), das britische Kolonialreich sowie die Olympischen Spiele in London (2012). Bei den Interpretationen der vier Ereigniskomplexe finden wir sowohl national als auch transnational gerahmte Deutungen. Den Zweiten Weltkrieg interpretieren die Teilnehmer z. B. einerseits national als Angriff auf das eigene Land, der den Zusammenhalt des Landes gestärkt und zur Ausbildung einer nationalen Gemeinschaft geführt habe. Diese, die nationale Identität in den Vordergrund rückende Perspektive wird durch eine transnationale Deutung ergänzt, indem der Zweite Weltkrieg als Wertekonflikt interpretiert wird, in dem es vor allem darum geht, universalistische Werte wie Menschenwürde, Freiheit und Demokratie zu verteidigen.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für SoziologieFreie Universität BerlinBerlinDeutschland
  2. 2.BerlinDeutschland

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