Advertisement

Erinnerungen der Bürger in Polen

  • Jürgen GerhardsEmail author
  • Lars Breuer
  • Anna Delius
Chapter
  • 768 Downloads
Part of the Europa – Politik – Gesellschaft book series (EPG)

Zusammenfassung

Auf der Grundlage der in Polen durchgeführten Gruppeninterviews analysieren wir in diesem Kapitel die kollektiven Erinnerungen der polnischen Bürger. Wie im vorangegangenen Kapitel unterscheiden wir auch hier zwischen verschiedenen Dimensionen der Erinnerung. Wir beschreiben zuerst, welche historischen Ereignisse von den Bürgern genannt werden, welche dieser Ereignisse als besonders wichtig angesehen werden und wie diese räumlich gerahmt und gedeutet werden. Schließlich rekonstruieren wir die strukturierenden Motive, die den Deutungen zugrunde liegen. Unser zentrales Erkenntnisinteresse gilt auch hier der Frage, in welchem Verhältnis nationale und transnationale Bezüge in den Erinnerungen der Bürger zueinander stehen. Für die polnischen Gruppen ist der Befund recht eindeutig: Ereignisse aus der eigenen nationalen Geschichte stehen im Mittelpunkt der Diskussionen. Die beiden intensiver behandelten Ereignisse werden ausschließlich national gerahmt. Bei der Diskussion über die Zeit der kommunistischen Volksrepublik sowie deren Überwindung durch die Solidarność-Bewegung thematisieren die Befragten fast ausschließlich die Entwicklungen in Polen. Auch beim Zweiten Weltkrieg stehen die Bezüge zum eigenen Land im Vordergrund. Die eigene Nation ist für die Teilnehmer der zentrale Bezugsrahmen und gleichzeitig auch ihr zentrales Identifikationsobjekt. Transnationale Deutungen spielen fast überhaupt keine Rolle.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für SoziologieFreie Universität BerlinBerlinDeutschland
  2. 2.BerlinDeutschland

Personalised recommendations