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Hebammen in der ‚midwife-crisis‘? Ungehörige Gedanken zum Professionalisierungsmärchen

Chapter
Part of the Soziale Arbeit in Theorie und Wissenschaft book series (TWSA)

Zusammenfassung

Mein intellektuelles und politisches Engagement für die Sache der Hebammen gründet sich auf einschneidenden persönlichen Erfahrungen mit starken Frauen, die meiner Frau und mir in erschütternden und beglückenden Grenzsituationen (eine sectio nach EPH-Gestose und anschließend drei Hausgeburten) zur Seite standen. Neben dem Können und Wissen der Hebammen überzeugten mich vor allem deren Entschlossenheit, die menschliche Souveränität, die klare Beurteilung von Situationen und auch der Mut gegen einschüchternde Autoritäten in weißen Kittel mit guten Argumenten anzutreten, und all dies verbunden mit einer ehrlichen Einschätzung der eigenen Grenzen und Schwächen. So begab es sich, dass die Geburten meiner Kinder auch mich neu zur Welt brachten, weil Hebammen mir die Augen öff neten für die Frage, was es bedeutet, verantwortliche Elternschaft zu leben. Es bedeutet nämlich, die Angebote und Auff orderungen des Gesundheits- und Bildungssystems kritisch zu prüfen und eine eigene Position zu Tests, Diagnostik, Prophylaxe, Impfungen und Th erapien zu entwickeln, denn nicht alles, was zum ›Wohle von Mutter und Kind‹ propagiert wird, geschieht tatsächlich zu deren Vorteil, wie wir bitter lernen mussten. Oft mals geht die Frage nach der humanen Lebensgestaltung im Schnittfeld von Macht, Technik und Ökonomie einfach verloren.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.KölnDeutschland

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