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Netzdienstleistungen in der dezentralen Energieversorgung

  • Günther BraunerEmail author
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Zusammenfassung

Der Ausbau der regenerativen Energieversorgung führt zu einer zeitweiligen Verdrängung von konventionellen Kraftwerken. Diese sind bisher mit ihren Schwungmassen und Turbinenreglern an der Leistungs-Frequenz-Regelung beteiligt. Im europäischen Netz werden zukünftig weiterhin Wasserkraftwerke und ein Teil der thermischen Kraftwerke in Betrieb sein. Hierdurch wird der Anteil der wirksamen Schwungmassen zwar insgesamt geringer, er wird aber mindestens 20 % der heutigen Werte ausmachen. Durch die geringeren Schwungmassen werden die Frequenzgradienten bei Störungen des Leistungsgleichgewichts zwischen Erzeugung und Last wesentlich größer. Solche Störungen sind nach den bisherigen Regeln der auf die langsamen thermischen Kraftwerke abgestimmten Erzeugungsgradienten nicht mehr beherrschbar.

Zukünftig müssen sich bei hoher regenerativer Erzeugung die regenerativen Anlagen an der Primärregelung beteiligen. Die Windenergieanlagen sind mittels Pitchregelung oder durch interne Batteriespeicher in der Lage hohe Leistungsgradienten zu erbringen. Hierzu ist ein Teil der Anlagen entsprechend auszustatten.

Photovoltaikanlagen sollten mit Batterien ausgestattet werden, damit sie jederzeit an der Leistungs-Frequenz-Regelung teilnehmen können. Nur ein kleiner Anteil dieser Anlagen wird dafür benötigt und es sind außerordentliche Regelgeschwindigkeiten möglich.

Durch dezentrale verbrauchernahe Installation von Windenergie und PV sowie durch neue Auslegung der Windenergieanlagen mit geringeren Einspeiseleistungen und mehr Volllaststunden lassen sich zukünftig Netzüberlastungen vermeiden. Damit kann auch eine frequenzabhängige Abschaltung dieser Anlagen entfallen, die zu sprunghaften Leistungsänderungen und dadurch zu Instabilitäten im Netz bis hin zur Auslösung von Blackouts führen kann.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Energiesysteme und Elektrische AntriebeTU WienWienÖsterreich

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