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Windenergie

  • Günther BraunerEmail author
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Zusammenfassung

In Regionen mit geringem Windenergiepotenzial lassen sich die wenigen Windenergieanlagen in die vorhandenen Netze integrieren. Durch den starken Ausbau der Windenergie nimmt deren Leistung in einigen Regionen stark zu und bei konventioneller Auslegung werden Netzverstärkungen erforderlich, die nur kurzzeitig genutzt werden und daher wenig wirtschaftlich sind.

Windenergieanlagen sollten zukünftig im Binnenland für höhere Volllaststunden bei kleineren Generatorleistungen ausgelegt werden, indem die Rotorleistung deutlich größer dimensioniert wird als die Generatorleistung. Eine Abregelung von bestehenden Windenergieanlagen mit äquivalenter Rotor- und Generatorleistung zeigt zu geringe Effekte. Außerdem müssten hierfür evtl. Marktmodelle zur Abgeltung der abgeregelten Energie geschaffen werden.

Die neue Auslegung mit überdimensioniertem Rotor benötigt i. A. keine Abgeltung für Abregelung und rechnet sich über die vermiedenen Netzausbaukosten. Die bisherigen Einspeisevergütungen berücksichtigen nicht die anteilig notwendigen Netzausbaukosten und führen daher zu Windenergieanlagen mit hohen Leistungen bei niedrigen Volllaststunden. Der Netzausbau erfolgt nachgelagert ohne gesamtwirtschaftliche Betrachtung von Erzeugungs- und Netzkosten.

Die neuen Windenergieanlagen sollen verbrauchsnah bei Siedlungen und Städten installiert und entsprechend der dortigen Spitzenleistung des Elektrizitätsbedarfs ausgelegt werden. Dadurch kann der Leitungsausbau für die Fernübertragung der Windenergie vermindert wird. Die dezentrale Nutzung von Windenergie wird damit auch im Binnenland wirtschaftlicher. Die neuen Windenergieanlagen mit vergrößerten Rotoren haben heute höhere Investitions- und Erzeugungskosten. Über die verminderten Netzausbaukosten ergibt sich bei starkem Ausbau der Windenergie aber keine Erhöhung der Energiekosten. Zukünftig lassen sich durch Mehrinvestitionen in innovative Windenergieanlagen die Netzausbaukosten vermindern. Wenn Windenergieanlagen mit konventioneller Auslegung in großer Zahl weiter errichtet werden, führen deren minimierte Investitionskosten zu erhöhten Netzausbaukosten. Der Netzausbau stellt ein flächiges Problem der Raumordnung dar, das wenig Akzeptanz bei der Bevölkerung findet und im dicht besiedelten Mitteleuropa große Probleme bei der Suche nach neuen Trassen verursacht. Die Konzentration auf innovative Windenergieanlagen führt bei ganzheitlicher Betrachtung zu keiner Erhöhung der Strombezugskosten beim Endkunden und stellt insgesamt eine Lösung mit höherer Wahrscheinlichkeit für eine Akzeptanz der Bevölkerung dar.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Energiesysteme und Elektrische AntriebeTU WienWienÖsterreich

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