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Ein Arzt mit Weltanschauung

  • Wolfgang U. EckartEmail author
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Part of the essentials book series (ESSENT)

Zusammenfassung

Außerhalb seines chirurgischen Betätigungsfeldes hat sich Sauerbruch gern mit Medizingeschichte beschäftigt und in Reden und Aufsätzen ärztliche Traditionspflege betrieben. In bisweilen schlichter Verehrung nahm er sich großer Ärzte in Vergangenheit und Gegenwart an, wohl um „dem ärztlichen Nachwuchs Vor- und Leitbilder zu vermitteln“. Ernst von Bergmann (1836–1907) und besonders Theodor Billroth (1829–1894) galt seine Bewunderung ebenso wie Carl Gustav Carus (1789–1869) und Robert Koch (1843–1910). Nicht nur Sauerbruchs Zeitgeist entsprachen wohl auch seine berufs- und standesphilosophischen Versuche. Gerade für den Arzt sei „eine Weltanschauung nötig“, gerade er brauche „philosophische Schulung“, denn ein „großes Ideal“ bestimme das „Wesen“ ärztlicher „Kunst“. Stolz und Einbildung seien ihm fremd. Wie kein anderer müsse der Arzt „die Wahrheit am Leben selbst messen“, dazu aber gehöre „eine innere Freiheit, die nur aus dem Boden einer synthetischen Kultur herauswachsen“ könne: „Arzt sein“, so einer der bis heute populären Aphorismen, „ist Dienst am Menschen“ (Die Naturwissenschaften 14 (1926), S. 1088 ff.).

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Geschichte und Ethik der MedizinHeidelbergDeutschland

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