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Forschendes Lernen „zu Ende“ denken

  • Sandra Hofhues
  • Michelle Mallwitz
Chapter

Zusammenfassung

Im vorliegenden Beitrag wird auf einer theoretisch-konzeptionellen Ebene erläutert, wie forschendes Lernen als akademisches Lehren und Lernen „zu Ende“ gedacht werden kann. Ein solches Verständnis von forschendem Lernen orientiert sich am (prototypischen) Forschungsprozess, setzt alternative Prüfungsformen um und adressiert unterschiedliche Lern- und Bildungsziele über die einzelne Lehrveranstaltung hinaus. Erläutert wird, warum forschendes Lernen gerade jetzt auf der hochschul- und bildungspolitischen Agenda weit oben steht. Mit dem Ziel, konzeptionelle Leerstellen beim forschenden Lernen zu identifizieren, wird die politische Debatte aufgegriffen und ein Einblick in den zugehörigen hochschuldidaktischen Diskurs gegeben. Anhand von drei Beispielen wird anschließend aufgezeigt, wie die konzeptionellen Leerstellen durch eine hochschul- und mediendidaktische Gestaltung in der Praxis produktiv bewältigt werden können. Ausgehend von diesen Beispielen wird gezeigt, wie digitale Medien generell helfen, forschendes Lernen „zu Ende“ zu denken.

Schlüsselwörter

Forschendes Lernen Forschungsorientierung Forschungsnahes Lehren und Lernen Forschungskreislauf Lernprozesse Studentische Forschung Lernszenarien Mediengestütztes Lernen 

Literatur

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Allgemeine Didaktik und Schulforschung Humanwissenschaftliche FakultätUniversität zu KölnKölnDeutschland
  2. 2.rheform – Entwicklungsmanagement GmbHDüsseldorfDeutschland

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