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Die Bundestagswahl 2013 – eine Zäsur im Wahlverhalten und Parteiensystem?

Zusammenfassung

Auf der Grundlage einer mittelfristigen Analyse zeigt der Beitrag Kontinuität und Wandel in Wahlverhalten und Parteiensystem des vereinten Deutschlands auf. Die Muster und Bestimmungsgründe des Wahlverhaltens scheinen keinem grundlegenden Wandel zu unterliegen, sondern allenfalls vorübergehend ereignisspezifisch zu variieren. Zugleich zeichnen sich deutliche Verschiebungen von Aggregatvolatilität, Parteibindungen und Mustern der Wahlbeteiligung ab, welche die Bedingungen des politischen Wettbewerbs zumindest mittelfristig verändern könnten. Sofern man nach einer Zäsur im elektoralen Prozess sucht, wird man sie zwischen den Wahlen 2005 und 2005 finden, nicht jedoch zwischen 2009 und 2013. Abschließend diskutiert der Beitrag mögliche Entwicklungen von Wahlverhalten und Parteienwettbewerb.

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Notes

  1. 1.

    Das knappe Scheitern von AfD und FDP trug wesentlich dazu bei, dass ein recht hoher Anteil von beinahe 15 % der Zweitstimmen ohne parlamentarische Repräsentation blieb und die Fünfprozentklausel im langfristigen Vergleich relativ deutliche mechanische Effekte im Sinne der ihr zugedachten Funktion als Sperrklausel zeitigte.

  2. 2.

    Die Ergebnisse beruhen auf Analysen der Daten aus der persönlich-mündlichen Querschnittsbefragung zur Bundestagswahl 2013 und dem Langfristpanel 2009–2013, die mit je spezifischen methodischen Problemen bei der Messung wechselnden Wahlverhaltens behaftet sind (Schoen 2003: Kap. 4).

  3. 3.

    Es wurden jeweils die Daten aus den persönlich-mündlichen Befragungen zu den Bundestagswahlen verwendet. Mit Ausnahme des Jahres 2005, in dem ausschließlich eine Nachwahlbefragung durchgeführt wurde, handelt es sich um Vorwahl- und Nachwahlbefragungen (1994: ZA3065, 1998: ZA3066, 2002: ZA3861, 2005: ZA4332, 2009: ZA5302, 2013: ZA5702).

  4. 4.

    Es wurden multinomiale logistische Regressionsmodelle geschätzt, wobei die abhängige Variable die Entscheidung für CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, PDS/Die Linke, AfD (nur 2013) und Nichtwahl umfasste. Als Prädiktoren dienten dichotome Variablen, die – sofern statistisch möglich – Parteibindungen für Union, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und PDS/Die Linke erfassen sowie Präferenzen für den Kanzlerkandidaten von Union und SPD. Darüber hinaus wurden für Union, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, PDS/Die Linke und AfD (nur 2013) Variablen gebildet, die erfassen, ob der entsprechenden Partei von Befragten die Kompetenz zur Lösung des wichtigsten und zweitwichtigsten Problems zugeschrieben wird.

  5. 5.

    Die Analyse der Wahlbeteiligung mit Umfragedaten ist mit Stichproben- und Messproblemen behaftet, die Befunde zur Höhe und zu den Bestimmungsgründen der Wahlbeteiligung beeinträchtigen können (z. B. Bernstein et al. 2001; Selb und Munzert 2013). Die vorgestellten Befunde sind daher mit Vorsicht zu interpretieren.

  6. 6.

    Das Wahlpflichtgefühl konnte in das Langfristmodell nicht aufgenommen werden, weil dazu in den Datensätzen zur Bundestagswahl 2005 keine Informationen vorliegen. Berücksichtigt man dieses Merkmal, bleiben in der Zeitreihe ohne das Jahr 2005 die hier präsentierten Befunde erhalten.

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Schoen, H., Weßels, B. (2016). Die Bundestagswahl 2013 – eine Zäsur im Wahlverhalten und Parteiensystem?. In: Schoen, H., Weßels, B. (eds) Wahlen und Wähler. Springer VS, Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-11206-6_1

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