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Das Prinzip der Falsifikation

  • Peter Michael BakEmail author
Chapter
Part of the essentials book series (ESSENT)

Zusammenfassung

Innerhalb der empirischen Wissenschaften ist die Falsifizierbarkeit eines der zentralen Merkmale, das eine gute Theorie besitzen muss. Mit Falsifizierbarkeit ist dabei gemeint, dass es grundsätzlich möglich sein muss, dass sich die theoretischen Annahmen als falsch erweisen. Andernfalls macht eine empirische Prüfung unserer Annahmen schlichtweg keinen Sinn. Es bleibt bei der Behauptung, die niemand prüfen kann. Generell ist eine Aussage dann falsifizierbar, wenn es mindestens ein Ereignis, genauer genommen, einen Beobachtungssatz als intersubjektive Übereinstimmung einer sinnlichen Erfahrung gibt, der der theoretischen Aussage widerspricht. Ein Beispiel für eine falsifizierbare Aussage ist der Satz: „Morgen um 8 Uhr regnet es hier“. Ob diese Aussage wahr oder falsch ist, können wir dadurch klären, dass wir morgen mehrere voneinander unabhängige Beobachter positionieren und ihnen die Aufgabe geben, festzustellen, ob es regnet oder nicht. Kann sein, kann aber auch nicht sein. Eine Aussage wie „Morgen um 8 Uhr regnet es hier oder es regnet nicht“ ist dagegen prinzipiell nicht falsifizierbar, unabhängig von jeder Beobachtung. Dieser Satz ist eine Tautologie, er ist immer wahr! Eine empirische Prüfung ist sinnlos.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.Hochschule FreseniusKölnDeutschland

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