Individualisierung und Unbehagen: Die Ambivalenz der Freiheit

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Zusammenfassung

Die kulturelle Interpretation der Individualisierungsthese hat in den letzten Jahrzehnten einen deutlichen Wandel erfahren. Während die Freisetzung aus den traditionellen Formen der Vergemeinschaftung und die Entfaltung einer selbstbestimmten Lebensführung zunächst von den BürgerInnen vehement eingefordert wurden, sind wir heute mit weitreichenden Folgen dieser neuen Freiheiten konfrontiert, die eine Neubewertung der Individualisierungsthese erforderlich machen. Es zeigt sich schließlich, dass traditionelle Quellen einer stabilen Identitätsbildung durch die Pluralisierung der Lebensstile (Rückgang des Klassenbewusstseins), zunehmende transnationale Verdichtungen (Rückgang des Zugehörigkeitsgefühls) und pessimistische Wirtschaftsprognosen (Rückgang des Fortschrittsglaubens) immer mehr aufgelöst werden.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Fachbereich Politikwissenschaft und Soziologie, Abteilung Soziologie und KulturwissenschaftUniversität SalzburgSalzburgÖsterreich

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