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Lifelogging pp 65-93 | Cite as

Datensätze der Selbstbeobachtung – Daten verkörpern und Leib vergessen!?

  • Lisa WiedemannEmail author
Chapter

Zusammenfassung

Die derzeit von Medien und Sozialwissenschaften abermalig beschlagnahmte Quantified-Self-Bewegung (QS) wirkt wie ein Echo auf diese Äußerung der Hauptfigur Walter Faber in Max Frischs Roman Homo Faber. In der 2007 gegründeten QS-Bewegung kulminiert der „Wille“, Erfahrungen sowie alltägliche Körperreaktionen und Verhaltensweisen auf der Basis von digitalen Sensoren im wahrsten Sinne des Wortes zu entziffern. Im Beitrag werden zentrale Diagnosen Michel Foucaults sowie der an sein Werk anknüpfenden medizinisch interessierten gouvernementality studies vorgestellt und die Praktik der Selbst(ver)messung in diese Denkstruktur kritisch eingefasst. Ist der Datenkörper der Bevölkerung Teil einer historisch vertrauten, präventiven Politik des Risikomanagements, so repräsentiert sich hier ein personalisierter Datenkörper als Ort mikroskopischen Selbstmanagements. Im Anschluss wird eine empirische Erweiterung dieser Perspektive vorgeschlagen, die aufzeigen soll, inwiefern derart numerische Praktiken bis in die Tiefe der phänomenologischen Leib-Körper-Dualität reichen. In der Diskussion dieser These werden Bezüge zu tradierten Praktiken der Selbstvermessung hergestellt, wie dem Messen des Blutzuckers, um im Anschluss gegenwärtige Verhandlungen um einen Datenkörper aufzugreifen.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.HamburgDeutschland

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