Einführung – Boden als Ressource

Chapter

Zusammenfassung

Definition

Böden sind vierdimensionale Ausschnitte aus der oberen Erdkruste, in denen sich Gestein, Wasser, Luft und Lebewelt durchdringen. Immer da, wo die vier Komponenten Lithosphäre, Hydrosphäre, Atmosphäre und Biosphäre gleichzeitig zu beobachten sind, reden wir von Böden, die die Pedosphäre aufbauen. Definitionsgemäß fangen deshalb alle Böden an der Erdoberfläche an. Aber wie tief reichen sie? Da Böden Naturkörper sind, finden wir sie nur in der Landschaft und nicht in Gefäßen oder auf künstlich geschaffenen Oberflächen. Werden solche Oberflächen aber mit Algen und Bakterien oder später mit Flechten und Moosen besiedelt, so können wir bereits von Boden reden. Dieser Boden ist nur wenige Millimeter oder gar nur Mikrometer mächtig. Böden reichen typischerweise bis in Tiefen von ein bis zwei Meter. Sie umfassen dabei den Wurzelraum der höheren Pflanzen. Die Belebung in Böden und in Hohlräumen reicht aber oft wesentlich tiefer, zum Beispiel in Karstökosystemen oder in tief verwitterten saprolitischen Bereichen tropischer Regionen. Hier können 30, 50 oder auch mal 100 m erreicht werden. Eine besondere Betrachtung verdient dabei die in Böden oder Gestein mit Grundwasser gesättigte Zone. Nach allgemeingültiger Meinung ist das Grundwasser außerhalb des Bodenbereichs und muss deshalb getrennt betrachtet werden. Andererseits enthält Wasser oft gelöste Gase und ist auch als Grundwasserkörper meist belebt. Es erfüllt also doch den Bodenbegriff. Trotzdem hat sich in der Praxis eingebürgert, dass wir da, wo das Ende des Lebens oder wo die Wassersättigung beginnt, die Definition Boden enden lassen. Wichtig ist für uns auch zu betrachten, dass sich Böden in Raum und Zeit allmählich ändern und folglich ein Boden nicht zweimal in der vollständig gleichen Form beobachtet werden kann.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für BodenkundeUniversität HohenheimStuttgartDeutschland

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