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Organisationskonzeptionen II: Organisationen als natürliche/soziale Systeme

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Zusammenfassung

Historisch war das Verständnis von Organisationen im Sinne von natürlichen bzw. sozialen Systemen eine Reaktion zum einen auf empirische Überzeichnungen der „rational actor“-Sicht und zum anderen auf weltanschauliche Befürchtungen hinsichtlich unerfreulicher Konsequenzen durchrationalisierter Organisationen. Diese Verquickung von wissenschaftlicher Analyse einerseits und weltanschaulichem Credo andererseits zeigt sich besonders deutlich in der so genannten Human- Relations-Schule, die in Opposition zum Taylorismus in den USA den „natural systems view“ hoffähig machte. Nachdem dann die Weltwirtschaftskrise und der Zweite Weltkrieg Human-Relations in den Hintergrund gedrängt hatten, trat „das Soziale“ in den 1960er und 1970er Jahren erneut auf den Plan. Diesmal aber weniger im Sinne von „sozial = die Wünsche und Interessen der Arbeitnehmer berücksichtigend“, sondern in einem genuin soziologischen Sinne von „sozial = das tatsächliche Interaktionsgeschehen in Organisationen ins Blickfeld nehmend“. Den Ursprung dieser Sichtweise lieferte die verhaltenswissenschaftliche Entscheidungstheorie, die sich dann hin zum (mikro-)politischen Ansatz verallgemeinerte. Verhaltenstheorie und Mikropolitik und zuvor die Human-Relations-Schule werden in den Abschn. 2 und 3 dieses Kapitels besprochen. Um diese Theorien besser einordnen zu können, bemüht sich Abschn. 1 vorab noch einmal, die Ausgangspunkte und Varianten des „natural systems view“ zu verdeutlichen.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.MainzDeutschland

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