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Zum Verhältnis von Bildungstheorie und bildungsbiographischer empirischer Forschung

  • Heide von FeldenEmail author
Chapter
Part of the Medienbildung und Gesellschaft book series (MUG, volume 31)

Zusammenfassung

Nicht zuletzt ist es das Verdienst von Thorsten Fuchs, das ambivalente Verhältnis zwischen Bildungstheorie und Bildungsforschung in der Erziehungswissenschaft, das mit der realistischen Wendung (Roth) in den 1960er Jahren eingesetzt hat, historisch nachzuzeichnen (vgl. Fuchs 2011; Fuchs 2012). Er unterscheidet ein Diametralitätsverhältnis, in dem vor allem die Verschiedenheit und der Konfliktcharakter zwischen beiden Wissensformen im Vordergrund steht, von einem Komplementaritätsverhältnis, das Gemeinsamkeiten erkennt und auf ein Ineinandergreifen der Wissensformen fokussiert. Im Letzteren macht er „Annäherungsarenen“ aus, die im Kontext qualitativer Forschung angesiedelt werden können.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.MainzDeutschland

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