Beharrung durch Wandel? Das Entscheidungsverhalten energiewirtschaftlicher Akteure im Kontext der Energiewende

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Zusammenfassung

In der Öffentlichkeit besteht vielfach wenig Verständnis dafür, dass Energieversorgungsunternehmen im Zuge der Energiewende nicht energischere Anstrengungen unternehmen, emissionsärmere Kraftwerke zu errichten, Fernwärmenetze auszubauen, die nicht erst seit gestern bekannten Vorteile der Kraft-Wärme-Kopplung in breiterem Maßstab zu nutzen und insgesamt auf erneuerbare Energien umzustellen. Entsprechende Technologien sind ja im Prinzip verfügbar. Warum geht es so schleppend voran mit der Entwicklung von elektrischen Antriebsaggregaten für die Automobilindustrie (Callon, 1983, 1986)? Warum verzögert sich der Abschied von gestern? Wieso führt das Wissen um die absehbare Endlichkeit nutzbarer fossiler Energievorräte und um die Klimafolgen unseres Energieverbrauchs nicht zu einem konsequenten Umsteuern? Und warum beschränkt sich die Energiewende noch immer im Wesentlichen auf eine Stromwende (Corradini, 2016)?

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Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Sozialforschung (IfS) an der Johann Wolfgang Goethe-UniversitätFrankfurt am MainDeutschland

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