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Einleitung

  • Francis Müller
Chapter

Zusammenfassung

In der europäischen Philosophie des 19. und frühen 20. Jahrhunderts galt das zukünftige Verschwinden der Religion als ausgemachte Sache. Modernität und Fortschritt, so lautete die Annahme, sind nicht mit Religion kompatibel. Wir finden diesen Ansatz im Atheismus von Feuerbach, im Materialismus von Marx, in der Gottgleichheit des Menschen bei Nietzsche und bei der religiösen Illusion von Freud. Die radikale Verabschiedung der Religion in Europa hat mit der kollektiven Negativerfahrung mit Religion während des Dreißigjährigen Kriegs zu tun. Gesellschaften außerhalb Europas haben diese Traumata mit Religion so nicht erfahren – und folglich haben sie ein anderes Verhältnis zur Religion. Die Idee, dass Europa die Säkularisierung antizipiert hat, die danach globalisiert und universalisiert wird, unterliegt somit einem eurozentrischen Denken.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.Departement DesignZürcher Hochschule der KünsteZürichSchweiz

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