Behördliche Risikokommunikation im Bevölkerungsschutz – Anspruch und Realisierung

Part of the Sicherheit – interdisziplinäre Perspektiven book series (SIIP)

Zusammenfassung

Die Begründung für das Erfordernis einer anlasssunabhängigen behördlichen Kommunikation (Risikokommunikation) mit dem Bürger lautet kurzgefasst: Auch Deutschland kann für die Zukunft nicht ausschließen, dass es mit bedeutsamen Gefahren- und Schadenslagen konfrontiert wird, denen man sich als Staat und Gesellschaft stellen muss. Der Staat wird diese Aufgabe nicht alleine bewältigen können, daher bedarf es der stärkeren Inpflichtnahme des Bürgers. Ihn gilt es davon zu überzeugen, dass er sich an der Sicherstellung seines eigenen Schutzes beteiligen muss. Ausgehend von den Erfahrungen, die mit den strategischen Krisenmanagementübungen LÜKEX gewonnen wurden, konzentriert sich der vorliegende Beitrag auf den deutschen Bevölkerungsschutz und auf die Umsetzung der politischen Forderungen nach stärkerem Einbeziehen des Bürgers in die staatlichen Vorkehrungen und Maßnahmen insbesondere zur Bewältigung national bedeutsamer Gefahren- und Schadenslagen. Nach einer kurzen Einführung in die relevanten Begriffe stellt der Beitrag die staatlichen Zielvorstellungen vor, bewertet den Stand ihrer Umsetzung und beschreibt die Rahmenbedingungen behördlicher Risikokommunikation im Bevölkerungsschutz. Abschließend werden Wege der Realisierung des durch die Politik formulierten Anspruchs an eine vorsorgende Kommunikation zwischen den zuständigen Verwaltungen, deren Repräsentanten und dem Bürger empfohlen.

Literatur

  1. Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). (2006). Dritter Gefahrenbericht der Schutzkommission beim Bundesminister des Innern. Zivilschutzforschung, Neue Folge, (Bd. 59).Google Scholar
  2. Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). (2011). BBK-Glossar – Ausgewählte zentrale Begriffe des Bevölkerungsschutzes, Praxis im Bevölkerungsschutz, (Bd. 8).Google Scholar
  3. Bundesministerium des Innern (BMI – AL KM). (2009). Strategie für einen modernen Bevölkerungsschutz.Google Scholar
  4. Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode: Drucksache 17/4178 vom 09.12.2010 – Unterrichtung durch die Bundesregierung – Bericht über die Methode zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2010.Google Scholar
  5. Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode: Drucksache 17/8250 vom 21.12.2011 – Bericht zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2011.Google Scholar
  6. Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode: Drucksache 17/12051 vom 03.01.2013 – Bericht zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2012.Google Scholar
  7. Deutschlands Zukunft gestalten – Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD. (2013). – 18. Legislaturperiode.Google Scholar
  8. Giebel, D. (2012). Integrierte Sicherheitskommunikation. Zivile Sicherheit – Schriften zum Fachdialog Sicherheitsforschung, (Bd. 5). Berlin: LitVerlag.Google Scholar
  9. Goersch, H., & Werner, U. (2010). Empirische Untersuchung der Realisierbarkeit von Maßnahmen zur Erhöhung der Selbstschutzfähigkeit der Bevölkerung. Karlsruher Institut für Technologie – Fakultät für Wirtschaftswissenschaften – Lehrstuhl für Versicherungswissenschaft.Google Scholar
  10. Kommission für Anlagensicherheit beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. (2008). Bericht Risikokommunikation (KAS-5).Google Scholar
  11. Neverla, I. (2003) „Aktuell ist ein Wald erst, wenn er stirbt.“ Beitrag des Journalismus zur öffentlichen Risikokommunikation. Beiträge zur Risikokommunikation, Hamburg, Juli 2003. http://www.wiso.uni-hamburg.de/fileadmin/sowi/journalistik/PDFs/irne-risi.pdf. Zugegriffen am 27.12.2013 – Überarbeitete Fassung eines Vortrages im Rahmen der Ringvorlesung „Europäische Medien und Europäische Öffentlichkeiten“ an der Universität Hamburg, Juni 2002.
  12. Ohder, C., & Sticher, B. (2013). Ansätze für bevölkerungsnahes und aktivierendes Krisen- und Katastrophenmanagement. In Krisenmanagement – Notfallplanung – Bevölkerungsschutz. Festschrift anlässlich 60 Jahre Bevölkerungsschutz (S. 53–70). Berlin: Duncker & Humblot.Google Scholar
  13. Renn, O., et al. (2007). Risiko – Über den gesellschaftlichen Umgang mit Unsicherheit. München: oekom Verlag.Google Scholar
  14. Ruhrmann, G., & Kohring, M. (1996). Staatliche Risikokommunikation bei Katastrophen – Informationspolitik und Akzeptanz. In Zivilschutz-Forschung – Neue Folge (Bd. 27), Bundesamt für Zivilschutz.Google Scholar
  15. Siedschlag, A. (2013). Bevölkerungszentrierte Kommunikation im Katastrophenmanagement: Wahrnehmung und Wirklichkeit. In H.-J. Lange & C. Endreß & M. Wendekamm (Hrsg.), Versicherheitlichung des Bevölkerungsschutzes (S. 147–172). Wiesbaden 2013, Springer VS.Google Scholar
  16. Ständige Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder (IMK). (2009). Programm Innere Sicherheit – Fortschreibung 2008/2009.Google Scholar
  17. Weinheimer, H.-P. (2008). Bevölkerungsschutz in Deutschland. Kann der Staat seine Bürger schützen? Hamburg/Berlin/Bonn: Mittler & Sohn GmbH.Google Scholar
  18. Weinheimer, H.-P. (2011). Behördliche Risikokommunikation im Bevölkerungsschutz – Standpunkte zivile Sicherheit. Brandenburgisches Institut für Gesellschaft und Sicherheit, 4, Oktober 2011.Google Scholar
  19. Weinheimer, H.-P. (2012). Behördliche Risikokommunikation. In Bevölkerungsschutz 4, 2–5.Google Scholar
  20. ZEIT Online. (2011). „Gute Seuchenbekämpfung, schlechte Kommunikation“ vom 12.09.2011.Google Scholar
  21. Zivilschutz- und Katastrophenhilfegesetz – (ZSKG) vom 25.03.1997 (BGBl. I, 726), zuletzt geändert durch Artikel 1 des ZSGÄndG vom 02.04.2009 (BGBl. I, 693).Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.Unabhängiger Berater im Bevölkerungsschutz und PublizistAlfterDeutschland

Personalised recommendations