Advertisement

Entwicklung der Integrationspolitik

  • Petra BendelEmail author
  • Andrea Borkowski
Chapter

Zusammenfassung

Nur zögerlich erkannten politische Entscheidungsträger in Deutschland an, dass sich das Land längst zu einem Einwanderungsland entwickelt hatte. Systematische Integrationspolitik betrieb die Bundesregierung erst ab Mitte der 2000er Jahre. Mit stärkerer politischer Wahrnehmung des demografischen Wandels und der entsprechenden Notwendigkeit von mehr Zuwanderung wurde ein Nationaler Integrationsplan entwickelt, wurden bundesweite Integrationskurse errichtet, Bildungsabschlüsse anerkannt, eine „Willkommenskultur“ angestrebt. Ein weiterer Paradigmenwechsel zeichnet sich unter der Großen Koalition seit Ende 2013 ab: Die ehemals strikt voneinander getrennten Sub-policies der Asyl- und Flüchtlingspolitik auf der einen und der Politik der Arbeitsmigration auf der anderen Seite werden stärker miteinander verknüpft.

Dies geschieht innerhalb eines höchst komplexen politischen und administrativen Systems. Integrationspolitik ist zu koordinieren, vertikal (über die politischen Ebenen von Bund, Ländern und Kommunen) und horizontal (zwischen den einzelnen Ressorts: Bildung, Arbeit und Soziales, Wirtschaft, Inneres). Zivilgesellschaftliche Organisationen – insbesondere die Wohlfahrtsverbände – und ein zunehmendes Netz von Ehrenamtlichen spielen bei der Implementation von Integrationspolitik eine entscheidende Rolle. Bei entsprechendem politischen Willen könnte sich dieses Geflecht als lernendes Laboratorium erweisen, in dem die einzelnen Ebenen und Ressorts voneinander lernen – gerade was den Austausch von guten Praktiken bei der anstehenden Integration bzw. Inklusion der Flüchtlinge angeht.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literaturverzeichnis

  1. Aumüller, Jutta. 2012. Zur integrationspolitischen Rolle von Kommunen. In Dossier Migration – Stadt – Citizenship, hrsg. von der Heinrich Böll Stiftung. Berlin: Heinrich Böll Stiftung.Google Scholar
  2. Aumüller, Jutta, und Carolin Bretl. 2008. Lokale Gesellschaften und Flüchtlinge: Förderung von sozialer Integration. Die kommunale Integration von Flüchtlingen in Deutschland (Berliner Institut für Vergleichende Sozialforschung). Berlin.Google Scholar
  3. Bade, Klaus. 1992. Ausländer- und Asylpolitik in der Bundesrepublik Deutschland: Grundprobleme und Entwicklungslinien. In Einwanderungsland Deutschland:bisherige Ausländer- und Asylpolitik. Vergleich mit anderen europäischen Ländern, hrsg. vom Forschungsinstitut der Friedrich-Ebert-Stiftung. Bonn.Google Scholar
  4. Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. 2015. Strategiepapier: Menschlich, ehrlich, gerecht – Eckpunkte für eine integrative Flüchtlingspolitik in Deutschland. 21. September 2015. Berlin.Google Scholar
  5. Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. 2012. 9. Bericht der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland. Berlin.Google Scholar
  6. Bendel, Petra. 2014. Coordinating immigrant integration in Germany: Mainstreaming at the federal and local levels. Brussels: Migration Policy Institute (Studie im Auftrag der Regierung des Königreichs der Niederlande).Google Scholar
  7. Bendel, Petra, Andreas Ette, und Roderick Parkes (eds.). 2011. The Europeanisation of Control. Venues and Outcomes of EU Justice and Home Affairs Cooperation. Münster: Lit Verlag.Google Scholar
  8. Bertelsmann Stiftung (Hrsg.). 2011. Diversität gestalten. Erfolgreiche Integration in Kommunen – Handlungsempfehlungen und Praxisbeispiele. Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung.Google Scholar
  9. Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. 2015. Bericht zur Integrationskursgeschäftsstatistik für das erste Quartal 2015. Nürnberg.Google Scholar
  10. Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. 2010. Bundesweites Integrationsprogramm. Angebote der Integrationsförderung in Deutschland – Empfehlungen zu ihrer Weiterentwicklung. Nürnberg.Google Scholar
  11. Bundesministerium für Arbeit und Soziales. 2013. Nationaler Aktionsplan zur Umsetzung des Nationalen Integrationsplans. Erster Zwischenbericht »Arbeitsmarkt und Erwerbsleben«, Stand: 2. 04. 2013. Berlin.Google Scholar
  12. Bundesministerium für Bildung und Forschung. Referat Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen. 2015. Bericht zum Anerkennungsgesetz 2015: Beschluss des Bundeskabinetts vom 10. Juni 2015. Berlin.Google Scholar
  13. Bundesregierung. 2011. Nationaler Aktionsplan Integration: Zusammenhalt stärken – Teilhabe verwirklichen. Berlin: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung.Google Scholar
  14. Bundesregierung. 2007. Der Nationale Integrationsplan: Neue Wege – Neue Chancen. Berlin: Presse und Informationsamt der Bundesregierung.Google Scholar
  15. CDU, CSU und FDP. 1982. »Ergebnis der Koalitionsgespräche.« CDU-Extra. Bonn: Unions Betriebs GmbH.Google Scholar
  16. Ette, Andreas. 2003. Germany’s Immigration Policy, 2000–2002: Understanding Policy Change with a Political Process Approach (Center on Migration, Citizenship and Development: Working paper no. 3). Bremen.Google Scholar
  17. Gesemann, Frank, und Roland Roth (Hrsg.). 2009. Lokale Integrationspolitik in der Einwanderungsgesellschaft. Migration und Integration als Herausforderung von Kommunen. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  18. Herbert, Ulrich. 1986. Geschichte der Ausländerbeschäftigung in Deutschland 1880–1980. Saisonarbeiter, Zwangsarbeiter, Gastarbeiter. Bonn: Dietz-Taschenbuch.Google Scholar
  19. Karakayali, Serhat, und Olaf Kleist. 2015. EFA-Studie. Sturkturen und Motive der ehrenamtlichen Flüchltingsarbeit (EFA) in Deutschland. 1. Forschungsbericht. Ergebnisse einer explorativen Umfrage vom November/Dezember 2014 (Humboldt-Universität zu Berlin: Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung/BIM). Berlin.Google Scholar
  20. Lochner, Susanne, Tobias Büttner, und Karin Schuller. 2013. Das Integrationspanel. Langfristige Integrationsverläufe von ehemaligen Teilnehmenden an Integrationskursen (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: Working Paper 52). Nürnberg.Google Scholar
  21. Oltmer, Jochen. 2010. Migration im 19. und 20. Jahrhundert, München: R. Oldenbourg Verlag.Google Scholar
  22. Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration. 2012. Integration im föderalen System: Bund, Länder und die Rolle der Kommunen. Jahresgutachten 2012 mit Migrationsbarometer. Berlin: Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR).Google Scholar
  23. Schammann, Hannes. 2015. Rette sich, wer kann? Flüchtlingspolitik im Föderalismus. Aus Politik und Zeitgeschichte 65 (25; 15. Juni 2015): 26–31.Google Scholar
  24. Schneider, Jan. 2012. Die Organisation der Asyl- und Zuwanderungspolitik in Deutschland. Studie der deutschen nationalen Kontaktstelle für das Europäische Migrationsnetzwerk (EMN) (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: Working Paper 25). 2. Aufl. Nürnberg.Google Scholar
  25. Statistisches Bundesamt. 2015a. Bevölkerung und Erwerbstätigkeit: Vorläufige Ergebnisse der Bevölkerungsfortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011. Wiesbaden.Google Scholar
  26. Statistisches Bundesamt. 2015b. Bevölkerung und Erwerbstätigkeit: Vorläufige Wanderungsergebnisse. Wiesbaden.Google Scholar
  27. Statistisches Bundesamt. 2015c. Über 13 200 ausländische Berufsqualifikationen im Jahr 2014 anerkannt. Pressemitteilung vom 30. September 2015–365/15. Wiesbaden.Google Scholar
  28. Thränhardt, Dietrich. 2015. Die Arbeitsintegraiton von Flüchtlingen in Deutschland. Humanität, Effektivität, Selbstbestimmung. Gütersloh: Bertelsmann Stiftung.Google Scholar
  29. Triadafilopoulos, Triadafilos, und Karen Schönwälder. 2006. How the Federal Republic Became an Immigration Country: Norms, Politics and the Failure of West Germany’s Guest Worker System. German Politics and Society 24 (3; Fall 2006): 1–19.Google Scholar
  30. United Nations High Commissioner for Refugees. 2015. World at War: UNHCR Global Trends – Forced Displacement in 2014. Geneva.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.ErlangenDeutschland

Personalised recommendations