Gemeinwohlorganisationen zwischen zivilgesellschaftlichen Zielsetzungen, ökonomischen Zwängen und staatlicher Einflussnahme am Beispiel der Freiwilligendienste

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Part of the Bürgergesellschaft und Demokratie book series (BÜD, volume 44)

Zusammenfassung

Die Freiwilligendienste sind als zivilgesellschaftliches Projekt entstanden und wurden als attraktives Modell mit jugend- und bildungspolitischer Ausrichtung in mehreren Etappen weiterentwickelt. Dabei wurde für eine lange Zeit einerseits an der Zielgruppe junge Menschen und andererseits an einem spezifischen Stützsystem für dieses Angebot festgehalten, in dem den frei-gemeinnützigen Trägerorganisationen eine besondere und gestaltende Rolle zuerkannt wurde. Aufgrund veränderter Rahmen- und Beschäftigungsbedingungen für viele Arbeitsfelder des Sozial- und Gesundheitswesens und insbesondere durch die Einführung des Bundesfreiwilligendienstes ist das Gesamtsystem der Freiwilligendienste allerdings mittlerweile ein sozial- und engagementpolitisch zu bewertender Faktor und als solcher auch betriebswirtschaftlich sowie sozialstaatlich inspirierten Erwartungen ausgesetzt. Vor diesem Hintergrund wird heute insbesondere die Frage nach der Arbeitsmarktneutralität der Freiwilligendienste relevant.

Schlüsselwörter

Engagementpolitik Steuerung Subsidiarität Zivilgesellschaft Ökonomisierungsprozesse Arbeitsmarktneutralität 

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Authors and Affiliations

  1. 1.Fachhochschule DüsseldorfDüsseldorfDeutschland

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