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Neuland für die Freiwilligendienste – Wie die Altersöffnung das Format verändern könnte

Chapter
Part of the Bürgergesellschaft und Demokratie book series (BÜD, volume 44)

Zusammenfassung

Das Feld der Freiwilligendienste hat durch die Aussetzung der Wehrpflicht und die Einführung des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) an Bedeutung gewonnen. Aktuell gibt es mehr Freiwillige denn je. Zudem wurden durch die Altersöffnung im BFD neue Zielgruppen erschlossen, die mit anderen Erwartungen und Motiven als die bisherigen Freiwilligen kommen. Der Beitrag beleuchtet die Motive und Erwartungen der Freiwilligen ab 27 Jahren (27  +) und diskutiert die Altersöffnung sowohl aus Sicht der Freiwilligen als auch hinsichtlich der Implikationen für die Akteure auf Organisationsebene. Die Auswertung einer qualitativen Untersuchung zeigt, dass sich die Freiwilligen ab 27 + im Wesentlichen drei Typen zuordnen lassen: Ein Teil nutzt den BFD zur beruflichen Qualifizierung, ein weiterer als Alternative zum Arbeitsmarkt. Einer dritten Gruppe dient der BFD vorrangig zur Sinnstiftung. Die Empirie lässt den Schluss zu, dass sich aus den Erwartungen der Älteren, etwa nach Anerkennung und gesellschaftlicher Teilhabe sowie dem Wunsch, sich über das Dienstende hinaus einzubringen, neue Ansprüche für die Freiwilligendienste ergeben. Die Ausgestaltung als Moratorium trägt gerade für diese Zielgruppe kaum; das verlangt nach einer Justierung und Neuausrichtung bestehender Konzepte.

Schlüsselwörter

Engagementformen Bundesfreiwilligendienst Fokusgruppen Motive der Freiwilligen Qualitative Studie 27 + 

Literatur

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2015

Authors and Affiliations

  • Rabea Haß
    • 2
  • Annelie Beller
    • 1
  • Georg Mildenberger
    • 3
  1. 1.gfa | public GmbHBerlinDeutschland
  2. 2.Hertie School of Governance GmbHBerlinDeutschland
  3. 3.Ruprecht-Karls-Universität HeidelbergHeidelbergDeutschland

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