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Das Logit-Modell

Chapter
Part of the Methoden der Politikwissenschaft book series (METPOL)

Zusammenfassung

Das erste Problem, das bei der Untersuchung des Zusammenhangs zwischen einer dichotomen abhängigen Variablen und einer oder mehreren intervallskalierten und kontinuierlichen unabhängigen Variablen auftritt, besteht in der Suche nach einer geeigneten Gleichung für diesen Zusammenhang bzw. für eine geeignete Form der Gleichung. Einfache lineare Gleichungen wie im Fall der linearen Wahrscheinlichkeit scheiden aus den im vorigen Kapitel genannten Gründen aus. Wir suchen nach einer S-förmigen Funktion. Allerdings gilt es hier zu unterscheiden zwischen im engeren Sinne linearen Funktionen, die auch als im Wesen lineare Funktionen bezeichnet werden können, und Funktionen, bei denen es möglich ist, die auf eine bestimmte Weise transformierte abhängige Variable als lineare Funktion der unabhängigen Variablen darzustellen. Das normale lineare Regressionmodell ist insofern auch „im Wesen“ linear, als der Zusammenhang zwischen abhängiger und unabhängiger Variablen selbst direkt als lineare Funktion dargestellt werden kann. D. h. die Variablen, so wie sie uns im theoretischen Sinn als relevant erscheinen, können so wie sie sind, d. h. ohne weitere Transformationen, in einen linearen Zusammenhang gebracht werden. Lineare Funktionen haben den großen Vorteil, dass sie sehr leicht zu interpretieren sind. Daher ist es nützlich, auch dann, wenn man keine im Wesen lineare Funktion vorliegen hat, die abhängige Variable zumindest so transformieren zu können, dass diese transformierte Variable dann als lineare Funktion der unabhängigen Variablen dargestellt werden kann. Umgekehrt kann man aber genauso die originale abhängige Variable bzw. den Erwartungswert derselben für eine bestimmte Kombination von Werten der unabhängigen Variablen als (nichtlineare) Funktion des linearen Terms, der aus den unabhängigen Variablen gebildet wird, darstellen. Dies ist die Logik des sogenannten allgemeinen linearen Modells (GLM für generalized linear model).

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.Lehrstuhl für PolitikwissenschaftZeppelin UniversitätFriedrichshafenDeutschland

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