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„Das System funktioniert nicht subjektlos“

  • Walter HömbergEmail author
  • Christian Klenk
Chapter
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Part of the essentials book series (ESSENT)

Zusammenfassung

Als Hermann Boventer (1928–2001), wie Dovifat im katholischen Milieu verwurzelt, die medienethische Diskussion nach langer Abstinenz Mitte der achtziger Jahre neu anstieß, konzentrierte auch er sich ganz und gar auf die beteiligten Individuen. Anders als bei den frühen Vertretern einer Individualethik ist bei Boventer jedoch die Gesinnung eines Menschen nicht mehr alleiniger Maßstab für die ethische Bewertung journalistischen Handelns. Entscheidend ist vielmehr die Übernahme von Verantwortung für die Folgen und Wirkungen von Recherche und Veröffentlichung. „Es gibt kein Tun ohne Täter, keine journalistische Wirkung ohne einen Handelnden, sonst wäre sie keine journalistische mehr. Im Alltagsleben fragen wir, wer für diese oder jene Folgen einer Handlung ‚belangt‘ werden soll.“ (Boventer 1984, S. 414) Beim Journalismus gehe es im Kern um das Recht zur freien Meinungsäußerung, „woraus sich Journalisten und Journalismus legitimieren und wofür sie eine Verantwortung übernommen haben“ (ebd., S. 381). Die Meinungsäußerungsfreiheit ist allerdings ein Individualrecht, das in einer Demokratie jedermann zusteht.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2014

Authors and Affiliations

  1. 1.Katholische Universität Eichstätt-IngolstadtEichstättDeutschland

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