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Diskurse, Frames, Argumente – Kernkonzepte interpretativer Policy-Analyse

  • Sybille Münch
Chapter

Überblick

Während sich die Entwicklung der interpretativen Policy-Forschung in Deutschland vor allem unter den Schlagworten Ideen und Wissen vollzogen hat (Kap. 2), ist die gewachsene Offenheit gegenüber Formen der Konstruktion von Wirklichkeit insbesondere in der englischsprachigen Policy-Analyse mit einer Etablierung des Diskursbegriffes einhergegangen. Diese Form der Policy-Analyse beginnt mit dem Befund, dass unterschiedliche Diskurse, Definitionen und Fragestellungen in Bezug auf einen bestimmten Sachverhalt zu verschiedenen Policy-Empfehlungen führen. Die interpretative und argumentative Policy-Analyse steht im Zeichen der linguistischen Wende, deren zentrale Erkenntnis darin besteht, dass Sprache die Welt nicht abbildet, sondern sie selbst konstituiert (Gadinger 2003, S. 3; Schwartz-Shea und Yanow 2012, S. 46). Mit diesem Fokus auf die diskursiven Konstruktionen werden die Rollen von Sprache, Diskurs, Argumentation und Rhetorik in den Mittelpunkt gerückt. Besonderes Interesse genießt dabei die Frage, wie unterhalb einer scheinbar neutralen, apolitischen Oberfläche normative Vorannahmen operieren (Fischer 2003, S. 14). Das folgende Kapitel

  • führt in die zentralen Begriffe interpretativer Policy-Analyse ein,

  • stellt anhand dieser Konzepte die mit ihnen verbundenen Autorinnen und Autoren vor

  • und liefert Beispiele für die konkrete Forschungsarbeit mit diesen Ansätzen.

Das Kapitel beginnt bei übergeordneten Konzepten und Analyseeinheiten (Bedeutung, Argumentation, Diskurs und frame) und bewegt sich über kleinteiligere Schlüsselbegriffe (Erzählungen, Problematisierung, Metaphern, Rhetorik) zu denjenigen Analysen von Deliberation und Performanz, die expliziter noch als die ersteren einfordern, über die Untersuchung von Texten hinauszugehen.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.DarmstadtDeutschland

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