Der „Kampf um Ideen“ und Wissen als Grundgedanke

Chapter

Überblick

Während die Policy-Analyse die in Kap. 1 dargelegte Prämisse einer sprachlich konstruierten Wirklichkeit mit anderen interpretativen Ansätzen in den Geistes- und Sozialwissenschaften teilt, kennzeichnet ihre zweite, im folgenden Kapitel behandelte Grundüberlegung ihr spezifisch interpretativ-politikwissenschaftliches Forschungsprogramm: Mit Deborah Stone (2002, S. 11) wird der „struggle over ideas“, der Kampf um Ideen, zur Essenz der Politik erklärt. Ideen und Wissen gehören damit zu den zentralen Untersuchungsgegenständen interpretativer Policy-Analyse. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, denn nicht jede Forschung, die mit „Ideen“ arbeitet, teilt damit automatisch post-positivistische Grundannahmen. Das folgende Kapitel beleuchtet die Rolle von Ideen in der Policy-Analyse im Allgemeinen (2.1), stellt die Unterschiede zum Ideenbegriff der interpretativen Policy-Forschung heraus (2.2) und führt mit den Begriffen „Wissen“ (2.3) und dem Ansatz der „Wissenspolitologie“ (2.4) einen spezifisch deutschen Schwerpunkt der interpretativen Policy-Analyse ein. Es schließt mit den zentralen Debatten einer interpretativen Expertiseforschung (2.5), die sich für die Grenzziehungen zwischen Politik und Wissenschaft und die gesellschaftliche Zuschreibung von epistemischer und politischer Autorität, von Deutungs- und Entscheidungsmacht interessiert.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.DarmstadtDeutschland

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